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Habe ich dir doch gesagt!

Warum Sie diesen Satz in einer Beziehung sogar aus Ihren Gedanken verbannen sollten

Angenommen, Sie gehen mit einem guten Freund ins Kino. Sie sind spät dran und schaffen es nicht mehr, vor Beginn der Vorstellung noch Popcorn und Getränke zu besorgen. Ihr Freund beruhigt Sie und verweist auf den Mitarbeiter, der zwischen Werbung und Filmstart noch einmal mit einem Bauchladen durch die Reihen gehen wird. Sie jedoch sind sich sicher, dass es so etwas längst nicht mehr gibt, und bieten an, doch schnell noch einmal aus dem Saal zu huschen. Ihr Freund überredet Sie, sitzenzubleiben – und guckt frustriert aus der Wäsche, als die ersten Bilder über die Leinwand fliegen und er noch immer auf dem Trockenen sitzt. „Hab ich dir doch gesagt!“ werden Sie jetzt sagen – und das ist in dieser Situation auch völlig okay. In einer Beziehung sieht das jedoch ganz anders aus. Gehört besagter Satz hier nämlich zur Standardkonversation, kann das echte Probleme bedeuten.

Versteckte Vorwürfe

Jeder kennt das: Man streitet mit seinem Partner mal wieder über Belanglosigkeiten, wann denn nun eigentlich die Müllabfuhr kommt, über herumliegende Socken oder dreckiges Geschirr und keiner macht Anstalten, nachzugeben. Beide wähnen sich selbst im Recht und lassen das den anderen auch wissen. Doch statt sich auf einen Kompromiss zu einigen oder einzulenken und dem anderen im Sinne des Hausfriedens rechtzugeben, tritt man hinterher oder auf dem Höhepunkt der Eskalation mit einem selbstgerechten „Hab ich doch gesagt!“ noch einmal nach. Ein kleiner Satz, der bei näherer Betrachtung eine vielschichtige Anklage verbirgt – vor allem, wenn er zunehmend häufig fällt.

Was beim anderen ankommt

Hinter der vermeintlich harmlosen Aussage steckt dann nämlich oft die folgende Aneinanderreihung von Vorwürfen: „Ich habe es dir gesagt, aber du hast mir gar nicht erst zugehört oder wolltest mir ganz einfach nicht glauben. Du hättest meinen Einwand zumindest in Erwägung ziehen können. Ich fühle mich von dir nicht ernstgenommen und das, obwohl ich ja ganz offensichtlich manches besser weiß als du. Wenn du so mit mir umgehst, habe ich nicht das Gefühl, dass dir diese Liebe wirklich was bedeutet. Du hältst dich für den Klügsten und bist dabei vor allem ein ziemlich ignoranter Idiot.“

Besser: Austausch auf Augenhöhe

Okay, dieser Subtext schwingt vielleicht nicht jedes Mal mit. Trotzdem: Selbst wenn Ihr Partner nicht so akribisch zwischen den Zeilen liest, sich nicht angegriffen oder verletzt fühlt, macht der Satz etwas mit Ihnen selbst. Und zwar auch und erst recht, wenn Sie ihn nicht aussprechen, sondern nur im Stillen denken. Sie fühlen sich als Sieger der Situation, schicken ihn in Gedanken als Loser vom Platz und er sinkt unterbewusst in Ihrer Achtung. „Ich wusste es und du nicht“. Ohne es vielleicht beabsichtigt zu haben, degradieren Sie damit Ihren Partner zu jemandem, der Ihnen unterlegen ist – weil er falsch liegt, Sie ignoriert, Ihre Meinung nicht wertschätzt. Häufen sich derartige Situationen und beobachten Sie entsprechende Empfindungen bei sich selbst, sollten Sie dringend das Gespräch suchen, solange die gemeinsame Basis noch steht. Erklären Sie Ihrem Partner ehrlich, was sein Verhalten in Ihnen auslöst und erläutern Sie Ihre Reaktion. Sprechen Sie aus, was Sie kränkt, und bemühen Sie sich in der Zukunft gemeinsam um einen offenen Austausch. Denn kaum etwas schadet einer Beziehung so nachhaltig wie das Verschweigen von Gedanken. Auch, wenn es nur fünf kleine Wörter sind.

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Über den Autor/die Autorin

Katrin Bauer

Katrin Bauer wurde in Hamburg geboren, wo sie Medienwissenschaften studierte, bevor es sie der Liebe wegen nach Berlin zog. Mittlerweile ist sie wieder glücklicher Single, arbeitet in einer Künstleragentur und schreibt in ihrer Freizeit über das Leben und Lieben in der Großstadt.