Kontinente entfernt

Daheim angekommen, eine Nachricht von dir: „Did u make it?“ Traurig starrte ich die Nachricht an. Ich glaube nicht an Zufälle, und dass man sich einfach mal so auf einem riesengroßen Festival trifft, erscheint mir eigentlich unmöglich. Wir hatten daraufhin zwar immer mal wieder, aber wenig Kontakt.

Meine Freundin und ich beschlossen, in deinem Land unseren Sommerurlaub zu verbringen. Kurz vorher schrieb ich dich an, weil ich ein paar Fragen hatte. Du warst äußerst hilfsbereit und wolltest ganz genau wissen, wo wir wann überall wären. Ab da hast du mich ständig angeschrieben. Doch ich nahm mir vor, mich diesmal zu keinen Gefühlen hinreißen zu lassen.

Zuerst trafen wir uns gemeinsam mit einigen Freunden am Strand. Es war so unwirklich, dich wiederzusehen. Ich fühlte mich erst ganz fremd. Doch schon am Abend spürte ich wieder diese Anziehungskraft. Ich übernachtete bei dir und lernte am nächsten Tag deine Familie kennen. Wir trafen uns oft. Es ging von Anfang an nie nur um Sex. Entweder zeigtest du mir etwas oder wir waren mit Freunden unterwegs. Du wolltest dich immer häufiger mit mir treffen.

Wir schauten uns stundenlang fast durchgängig in die Augen. Es sprühte förmlich Funken zwischen uns. Ich musste mich regelrecht beherrschen, dich nicht ständig anzufassen. Das habe ich noch nie erlebt. Egal wie sehr ich vorher halbwegs einen kühlen Kopf  bewahrt hatte, jetzt war es um mich geschehen. Das war auch nicht ansatzweise mit der anfänglichen Verknalltheit zu vergleichen. In Thailand kannte ich dich kaum, doch jetzt sah ich deine Persönlichkeit, die ich noch attraktiver als dein hübsches Gesicht fand. Wir waren uns so nah.

Am letzten Tag hast du mir noch mehr von deiner Familie, Freunden, Hobbys, Religion und Arbeit erzählt und wolltest auch unheimlich viel von mir wissen. Die Abschiedsküsse waren schön und traurig zugleich. Du hast die Trennung herausgezögert und mich sogar vor deinem Vater geküsst.


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