Warum bin ich Single? Das ist doch nicht fair!

Vielleicht ist es einfach nur Pech, warum man noch immer Single ist, aber vielleicht liegt’s auch daran, dass man doch ein paar Kardinalfehler begeht. Eine amerikanische Internet-Serie, in der es um die Dating-Erfahrungen zweier junger Frauen aus L.A. geht, bringt das Ganze sehr erfrischend auf den Punkt, findet Gast-Autorin Friederike Schön

Warum bin ich Single? Ich!

Was hat sie, was ich nicht hab? Man könnte die Frage auch mal andersherum stellen: Was hab ich, was sie nicht hat? Und sie daher den Mann, den ich vielleicht auch gern hätte? Einige unter uns fragen sich ja hin und wieder, wie sich ihre Artgenossinnen nur diesen Schuss von einem Mann geangelt haben (oder wieso der Ehering zum Standard-Accessoire dieser Exemplare zu gehören scheint). Das Seltsame: Diese Glückspilze unter den Frauen haben nicht alle das Idealgewicht, sie stammen nicht alle aus adeliger Abstammung oder besitzen einen Havard-Abschluss. Sie sind im Grunde ganz normal.

Wie machen sie es dann? Diese Frage haben sich die Amerikanerinnen Molly McQueen und Caitlin Harris gestellt – daraus entstand ihre rotzkomische US-Comedy-Serie „Reasons I don’t have a Boyfriend”. In jeder Kurz-Episode gehen die beiden auf ziemlich schräge Art den möglichen Gründen für ihr Dauer-Singledasein nach. Nach dem Motto – bin ich zu …?, damit er sich endlich für mich entscheidet? Eine bitterböse Parodie auf das ewige Singlesein mancher Traumfrauen, aber wie immer steckt hinter jeder Comedy auch ein Fünkchen Wahrheit. Sehen wir uns die Gründe mal genauer an, warum vielleicht ja auch Sie möglicherweise noch immer Single sind:

Grund 1 fürs Singlesein: zu ehrgeizig bzw. wettkampforientiert

Sie dachten seit Ihrer Kindheit (nicht Ihre Schuld, es wurde Ihnen so vermittelt), sie müssten immer die Beste sein, noch klüger, noch mehr Abschlüsse einheimsen – noch um Klassen besser sein als die Typen neben Ihnen? Faktisch behagt es vielen Männern (immer noch) nicht, wenn Frau ihn um Längen schlägt, ob beim Sport oder beim Bankkonto. Könnte was dran sein, oder? Dem Schwarm beim Basketball eine blutige Nase verpassen? Lieber nicht. Lassen Sie ihn gewinnen. Dann erledigt sich die lästige Frage „Warum bin ich noch Single?“ vielleicht ganz von selbst.

Grund 2: zu ausgehungert

Viel passender die englische Version: thirsty (durstig). Wörtlich genommen ist es nämlich keine gute Idee, beim Online-Chat mit dem potenziellen Kandidaten ein Glas Rotwein vor dem Monitor zu schwenken und zu zwitschern wie ein betrunkenes Vögelchen. Gerade in der Anfangsphase lassen wir uns auch noch dazu hinreißen, jeden seiner Sätze kichernd mit der Freundin zu sezieren und er bekommt das irgendwann mit. „Ach, du redest mit deiner Freundin über mich?“ (lieber zweimal kontrollieren, ob die Chatverbindung wirklich gekappt ist). Es wirkt, als ob man keine bessere Beschäftigung hätte, und damit verzweifelt.

Heimlich treibt uns das Gefühl: Bei dem habe ich Null Chance auf was Ernstes, deswegen muss ich alle Register ziehen, mir wahlweise Mut antrinken oder ihn mit allen Mitteln überzeugen. Instinktiv wird ein Mann das Gehabe, die Show durchschauen – und das Weite suchen.

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