Paarantäne – Was die Corona Quarantäne mit unserer Beziehung macht

Offene Beziehung hin oder her. Auch unsere Kolumnistin Anna steckt zur Zeit mit ihrem Mann in freiwilliger Quarantäne.

„Kannst du mir mal kurz helfen, den Kleiderschrank umzustellen?“ Mir steht der Schweiß auf der Stirn von meiner seit drei Tagen andauernden Umräumaktion unserer Altbauwohnung. „Muss das jetzt sein?“, stöhnt mein Mann, nachdem er halbherzig den Kopfhörer von seinem rechten Ohr gezogen hat. „Ich zocke grad mit Felix und Robin. Lass uns das heute Abend machen.“

Genervt ziehe ich von Dannen. Nicht ohne ein bissiges: „Als wäre deine Zockerei in 3 Stunden schon vorbei.“ hinterherzuschieben und ein bisschen lauter die Tür zuzumachen. Nicht zu laut, die arme Frau Meyer von oben erschreckt sich sonst vielleicht. Und da momentan alle Hausbewohner*innen 24/7 in freiwilliger Quarantäne sind, seitdem Corona mehr und mehr sein Unwesen treibt, ist Rücksichtnahme in unserem Hamburger Mietshaus angesagt. Im Radio läuft leise „Last Resort“ von Papa Roach.

Es fühlt sich zunächst an wie Sonderurlaub

Quarantäne als Paar. Paarantäne. Was sich anfangs anfühlte wie Sonderurlaub, ist mittlerweile kein leichtes Unterfangen mehr, denke ich, während ich schon mal die Kisten mit den Klamotten zum neuen Kleiderschrankstandort trage. Denn selbst ein ganz normaler Urlaub am Strand – und das wissen wir wahrscheinlich alle aus eigener Erfahrung – kann ja für viele Paare schon eine Herausforderung sein und weiß Gott kein dauerschmachtendes Liebesabenteuer bedeuten. Meine Tante sagte einmal zu mir: „Als Paar in den Urlaub zu fahren ist immer auch ein bisschen so, als würde man die Lupe auf die Beziehung halten. Alles wird vergrößert. Alles wird verstärkt. Die Dinge, die schön sind und gut laufen. Aber auch die Probleme und die Macken des anderen.“

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