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Wenn es weh tut, ist es SM?

Unbestreitbar hat die erotische Roman-Trilogie „Fifty Shades of Grey“ das Interesse an sexuellen Spielarten wie SM beflügelt. Bei Ihnen auch?

Die Kontrolle abgeben oder auch die Kontrolle zu übernehmen ist eine Fantasie von sehr vielen Frauen und Männern. Aber wo hört das Rollenspiel auf und wo fängt SM an? Jeder findet zu SM vermutlich einen anderen Zugang, denn sexuelles Verlangen ist vielfältig und lässt sich nicht in eine Schablone pressen nach dem Motto: wenn es weh tut, ist es SM.

Leider sind 46 Prozent der deutschen Paare mit ihrem Sexleben unzufrieden. Ein Grund: Sex wird oftmals als Tabu-Thema behandelt. So wird in jeder vierten Beziehung nicht offen über sexuelle Wünsche gesprochen. Hauptgrund ist die Angst vor der Reaktion des Partners (50 Prozent) oder dass die sexuellen Wünsche sich nur schwer in Worte fassen lassen (27 Prozent), wie eine repräsentative Studie von Innofact und PARSHIP unter rund 2.000 Beauftragten ergab.

Sicher ist auch: Wenn keine neuen Erfahrungen gemacht werden, droht Langeweile im Bett. In jeder Beziehung weicht die Leidenschaft der Harmonie irgendwann, das ist biochemisch so angelegt, denn die zuständigen Botenstoffe wirken gegensätzlich. Doch das heißt ganz und gar nicht, dass der Sex langweilig werden muss. Im Gegenteil kann nach vielen Jahren Partnerschaft Sex sogar intensiver und vielfältiger erlebt werden. Dazu müssen die Partner allerdings die Komfortzone des kleinsten gemeinsamen Nenners ihres Repertoires verlassen und auf Entdeckungsreise gehen.

Nach den Forschungen von Professor David Schnarch („Intimität und Verlagen: Sexuelle Leidenschaft in dauerhaften Beziehungen“) oder den Erkenntnissen von Daniel Bergner („Die versteckte Lust der Frauen: Ein Forschungsbericht“) haben nahezu alle Frauen und Männer sexuelle Fantasien von Dominanz und Unterwerfung. Sie würden diese aber nicht unbedingt SM nennen, denn sie sind demnach Teil der menschlichen Sexualität und nur in ihrer Ausprägung individuell verschieden. Dass Schmerz und Lust gut zusammen gehen können, entspricht wohl dem menschlichen Empfinden. Wie und was davon angenehm und erregend ist, muss allerdings jeder selbst herausfinden, da hilft keine Statistik.

Wenn Sie dazu eine erotische Fantasie lesen wollen, die flüssiger geschrieben ist als „Fifty Shades of Grey“ und darüber hinaus mit mehr Lebenserfahrung punktet: Anne Rice, die Autorin der berühmten Romane um den Vampir Lestat („Interview mit einem Vampir“) hat unter dem Pseudonym A.N. Roquelaure die sexuellen Erlebnisse von „Dornröschen“ in einer Trilogie beschrieben. Darin geht es durchaus zur Sache.

 

Mit „Fifty Shades of Grey“ gelang der britischen Autorin E. L. James (Pseudonym von Erika Leonard) wohl DAS Roman-Ereignis der jüngeren Literaturgeschichte. Im ersten Teil der Trilogie interviewt die 21-jährige Literaturstudentin Anastasia Steele für eine Universitätszeitung den sechs Jahre älteren Milliardär Christian Grey, einen attraktiven Self-made-Man mit gepushtem Ego und einer eigenwillig anziehenden Aura. Anastasia, in Sachen Liebe und Erotik selber noch ein unerfahrenes Mauerblümchen, verfällt Greys Charme und taucht ein in eine ihr noch unbekannte Welt des Begehrens.

Wer die drei Romane gelesen hat, weiß: „Fifty Shades of Grey“ ist nichts für (allzu) zarte Gemüter. Blümchensex gibt es nur am Anfang des erotischen Abenteuers von Christian und Anastasia… In den Hauptrollen sind Jamie Dornan („The Fall“) und Dakota Johnson („The Office“) zu sehen. Übrigens: Fans dürfen sich auf die Verfilmung der weiteren Teile der Trilogie freuen (voraussichtlich 2016 und 2017).

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