Wie man sein Beziehungsglück steigert – ohne den Partner zu verbiegen

Diese ganzen Unterschiede bringen freilich Erwartungen an den Anderen mit sich, denn natürlich wünscht man sich, dass sich der Andere mit der Zeit an uns anpasst und wir für seine „Macken“ nicht ständig Toleranz aufbringen müssen. Werden unsere Ansprüche dann nicht erfüllt, entsteht Unzufriedenheit. Und Unzufriedenheit ist Gift für eine Beziehung. Das mussten wir im Laufe der Zeit auch mehrmals erfahren. Anstatt mich beispielsweise darüber zu freuen, dass mein Freund (mir zuliebe) mit zu einem meiner Familiengeburtstage kam, war ich beleidigt, weil er eigentlich gar keine Lust darauf hatte. Fuhr ich aus Rücksicht auf seinen Freiraum mal früher nachhause als geplant, konnte mein Freund seinen unverhofft gewonnenen Freiraum nicht richtig genießen. Stattdessen fragte er sich immer gleich, was er denn nun schon wieder falsch gemacht hatte.

Mittlerweile kennen wir einander ziemlich gut und haben weitestgehend gelernt, mit unseren Unterschieden und den daraus resultierenden Schwierigkeiten umzugehen. Das klappte einige Zeit noch nicht immer so gut. Das frustrierte dann ganz schön. Und diesen Frust luden wir (bewusst oder unbewusst) beim Anderen ab. Das konnte sehr verletzend sein, da man das Gefühl hatte, sein Bestmögliches für die Beziehung zu geben und dem geliebten Menschen trotzdem nicht gerecht werden zu können. Bleibt das langfristig so, verbaut man sich aber sein Beziehungsglück!

Mein Freund und ich haben schließlich verstanden, dass wir den Anderen überhaupt nicht verändern wollen. Deshalb führen wir viele Gespräche. Immer wieder. Ganz gleich, wie anstrengend das manchmal ist. So haben wir unser Miteinander nach und nach verbessert – gerade indem wir nicht mehr stur auf der optimalen Passung des Anderen mit unseren eigenen Erwartungen bestehen. Vielmehr sind wir in unseren sehr unterschiedlichen Bedürfnissen kleine Schritte aufeinander zugegangen. Und wir haben erkannt, dass wir füreinander viel wichtiger sind als die jeweilige Erfüllung unserer Erwartungen. Deshalb können wir inzwischen auch für kleine Gesten dankbar sein und sind glücklicher denn je.

Also: Schrauben wir unsere Ansprüche doch mal etwas herunter und versuchen, schon für kleine entgegenkommende Gesten große Dankbarkeit zu empfinden! Denn Dankbarkeit öffnet Herzen.


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