Nur keine Dreiecksbeziehung mehr!

Eine Dreiecksbeziehung? Warum denn nicht! beziehungsweise-Autorin Katharina Reinecke hat es probiert – mehrfach – und ist heute glücklich und entspannt mit einem klassischen Zweier-Beziehungsmodell 

Es gibt Zeiten im Leben, da will man von der Liebe einfach alles: höher, schneller, weiter, und ein bisschen mehr darf es auch sein. Ich wollte früher alles unter einen Hut bekommen und versuchte mich so auch an Liebesdreiecken. Bis mir irgendwann einfach alles zu viel wurde …

Eigentlich hätte ich es doch schon als Kind lernen können: Wenn zur besten Freundin noch eine zweite beste Freundin hinzukommt, die sich auch mit der ersten besten Freundin fantastisch versteht, hat man zu dritt zwar zuerst wunderbar lustige Wochen, in denen nichts und niemand einen trennen können. Doch bald kommen die ersten Hühnerkämpfe und Eifersüchteleien dazu, wenn zwei es wagen, sich doch einmal ohne die dritte Freundin zu treffen. Meist endete es in Tränen, Streit und einer Art kindlichem Liebeskummer.

Deshalb: Ich hätte es wissen können, aber später, mit Anfang und Mitte zwanzig fühlt man sich ja erhaben, ist abenteuerlustig und in dem Glauben, alles machen zu können, was man nur will – und wenn das auch noch Tabubrüche und ein Leben jenseits der „Spießigkeit“ bedeutet, denkt man: Her damit!

Ich war in dem Alter in der besonderen Situation, schon lange mit einer Frau zusammen zu leben, wollte jedoch mehr und damit meine ich: einen Mann. Ich wollte sie auf keinen Fall verlieren, begann jedoch trotzdem eine Affäre. Irgendwann hielt ich die Heimlichtuerei nicht mehr aus – mein schlechtes Gewissen setzte mir zu.

Nach dem Geständnis war sie überraschenderweise nicht wütend, sondern interessiert. Und da ich und sie dann auch alles haben wollten – bloß nicht auf etwas verzichten! –, trafen wir uns zu dritt. Mit dem Ergebnis, dass dieser Mann, den ich begehrte, meine Freundin am Ende eigentlich viel besser fand als mich. Was für ein Schlag.

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