Liebe Frauen, ihr überfordert uns!

Thorsten Wittke über die Anforderungen der Frauen an die Männer. Eine Antwort auf Jule Blogts Beitrag: Liebe Männer, macht euch locker!

Ich bin ein Mann und das sehr gerne. Die meiste Zeit geht es mir sehr gut und ich fühle mich wohl damit. Aber manchmal bin ich auch sehr verunsichert, weil ich keine Ahnung habe, was Frauen wann von mir erwarten und von einem vermeintlichen Fettnapf zum nächsten springe, ohne eigentlich zu wissen, was ich falsch gemacht habe. Ich bin ein Kerl und wenn ich das raus hängen lasse, führt das meist zu Konflikten. Mein Großvater hatte es noch einfach. Er war der Ernährer und Haushaltsvorstand, Großmutter kümmerte sich um den Haushalt und zog die Kinder auf. Die Rollen waren klar verteilt und jeder wusste, was seine Aufgabe war.

Der Mann von heute hat es sehr schwer, seine Rolle zu finden

Die Frau von heute ist emanzipiert, frei und unabhängig, stellt Forderungen und hat eine ganze Menge Erwartungen. An sich, das Leben und speziell an ihren Partner. Wenn man Frau fragt, bekommt man zur Antwort, dass sie keinen Ernährer sucht, aber Sicherheit vorfinden möchte. Er soll kuschlig sein, aber nicht anhänglich. Er soll zuhören und reden, aber nicht zu allem seinen Senf dazugeben. Er soll da sein, wenn sie ihn braucht, aber trotzdem sein eigenes Leben führen. Diese Liste der Widersprüche könnte ich hier endlos fortsetzen, am Schluss käme ich wahrscheinlich zu dem Ergebnis, es geht nicht mit, aber auch nicht ohne, oder wie mir mal eine Freundin gesagt hat: » Er soll eine Mischung aus Bär und Schwein sein, aber alles zur richtigen Zeit. «

Männer in der Zwickmühle

Männer in der heutigen Zeit sind die meiste Zeit komplett überfordert damit, das zu sein, was wir meinen, was wir sein sollen. Weil, wenn wir echte Kerle sind und das machen, was wir können, bzw. was wir für das Richtige halten, das nicht das gerade Gewünschte ist. Woher sollen wir auch wissen, welcher der richtige Zeitpunkt für welches Verhalten ist? Niemand hat es uns beigebracht und in der Evolution der Emanzipation sind wir noch nicht so weit. Uns fehlen die Vorbilder, weil auch unsere Eltern da nicht wirklich gute Beispiele waren, auch wenn Mutter gearbeitet hat und Vater Entscheidungen auch mal dem Familienrat überlassen hat. Das ist aber noch weit weg von dem, was heute von uns erwartet wird.

Die eine oder andere Frau schießt bei dem Thema auch weit über das Ziel hinaus. Mit dem Bild der Großmutter und der Mutter vor Augen, die die Tochter in die Welt geschickt haben mit dem Satz: »Mach es nicht so wie ich. Lass Dir nichts gefallen und schau, dass Du unabhängig bleibst.« Ein Maß oder eine Bedienungsanleitung hat die ältere Generation da nicht mitgegeben und deshalb weiß Frau vielleicht manchmal auch nicht, wo ein Kompromiss angebracht wäre, oder sie einfach mal zurückstecken müsste. Und dann kommt noch dazu, dass Frau scheinbar manchmal selbst nicht sicher ist, was sie will, ihre Wünsche sich nach Tagesform ändern und teilweise konträr zueinander verlaufen. Manchmal schwirrt mir da einfach nur noch der Kopf.

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