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Eben noch fand er mich toll – was ist nur passiert?

Wenn Liebe in Abneigung umschlägt, trifft das jeden Partner ins Mark. Angst haben muss man davor jedoch nicht – solange die Beziehung aufs richtige Fundament gebaut ist

Ich erinnere mich an ein Gespräch mit meiner Mutter. Ich war Anfang zwanzig, auf Heimatbesuch und saß bei tiefstehender Sonne mit ihr auf der Terrasse. Nachdem sie mir ihre jüngsten Ein- und Umpflanzmaßnahmen präsentiert hatte, wechselte sie abrupt das Thema. „Dein Vater sieht mich gar nicht mehr an“, hörte ich sie sagen. „Früher“, schob sie nach, „da fand er mich selbst in meinem Haus- und Hof-Look toll – völlig egal, ob ich ungeschminkt war, ein Nest auf dem Kopf hatte oder fleckige Schlabberhosen trug.“ Pause, ein Schluck Weißweinschorle. „Er hat sogar Sachen an mir geliebt, die ich selbst nicht mochte.“ Ich war sicher, dass sie sich täuschte. „Garantiert liebt er das alles noch genauso, du nimmst das bestimmt nur nicht mehr so wahr.“ Sie schüttelte still den Kopf und guckte in die Geranien. Ihrerseits sicher, dass ich zu jung und Papa von ihr nicht mehr angetan war.

Vom Idealbild zum intimen Feind

Tatsächlich verstand ich ihre Misere noch nicht. Ich war neu im Beziehungs-Kosmos und gerade schwer verliebt – mit allen Hormonen und dem rosaroten Drumherum. Für meinen Freund war ich damals die tollste Frau der Welt. Immer. Er mochte mich in allem, was ich trug, stand auf meinen Humor und die Art, wie ich lebte, küsste mich von Kopf bis Fuß, als sei ich ein Schokodonut mit Zuckerguss. Schon die Art, wie er mich ansah, sagte genug. Um ganz bei ihm zu sein, verließ ich sogar meine Heimatstadt, so sicher war ich mir mit ihm. Und es lief gut: Zum ersten Mal im Leben blieb die Liebe, während Euphorie zu Alltag wurde.

Zumindest was mich angeht. Denn als ich mich eines Sonntagmorgens mit Kaffee, Brille und Buch zurück zu ihm ins Bett legte, merkte ich schlagartig, dass etwas anders war. Etwas war mit seinem Blick. Für eine Sekunde lag was darin, das mich erschreckte. Kein harmloses „Du sahst auch schon mal besser aus.“ Was sein Gesicht sagte, war: Du widerst mich an.

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Über den Autor/die Autorin

Katrin Bauer

Katrin Bauer wurde in Hamburg geboren, wo sie Medienwissenschaften studierte, bevor es sie der Liebe wegen nach Berlin zog. Mittlerweile ist sie wieder glücklicher Single, arbeitet in einer Künstleragentur und schreibt in ihrer Freizeit über das Leben und Lieben in der Großstadt.