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3 Gründe, warum Humor unserer Beziehung so gut tut

Was George Clooney weiß, wissen wir schon lange: Humor hat eine enorme Bindungskraft für Paare. Warum genau ist das eigentlich so?

„Ganz weit oben in unserer Beziehung steht Amals Sinn für Humor“, ließ George Clooney dieses Jahr am Rande der Berlinale verlauten. Lachen ist dem zweimaligen „Sexiest Man Alive“ offenbar wichtiger als das, was wir immer denken. Recht so! Warum sollte für Promis in der Liebe anderes gelten als für Otto Normalverbraucher? Befragt man Letztere, was für sie die besonders wichtigen Aspekte sind, damit eine Beziehung gut funktioniert, landet „miteinander lachen können“ immerhin auf Platz drei von 28 Vorgaben. Tatsächlich spielt Humor eine tragende Rolle in unseren Beziehungen. Und zwar auf dreierlei Weise:

1. Das verbindende Element

„Suche Mann/Frau mit Humor“ – so begann Mann wie Frau jahrzehntelang die typische Kontaktanzeige. Aber meinen Männer und Frauen damit auch das Gleiche? Eckhard von Hirschhausen hat das mal verneint: „Die Frau will einen, der witzig ist. Der Mann will eine, die IHN witzig findet.“ Kalauer! Trotzdem kann man festhalten, dass eine Beziehung tatsächlich leichter auf die Schiene kommt und auch dort bleibt, wenn man über ähnliche Dinge lachen kann. Nennen wir es Schnittmengenhumor. Nicht so gut sind dagegen Situationen, in denen der andere sich bekringelt, während man selbst schreiend davon laufen möchte. Das wäre dann Abstoßungshumor. Möglichst viel Schnittmengenhumor bei möglichst wenig Abstoßungshumor verbindet ungemein!

Klar darf jeder auch seinen eigenen Humor haben. Dieser sollte den Partner nur nicht abtörnen. George Clooney plauderte dazu aus dem Nähkästchen: „Aber sie (Amal) ist auch eine der witzigsten Personen, denen Sie begegnen können. Mein Humor ist oft total unangebracht und geht meist daneben. Aber das Geheimnis von gutem Humor ist die Bereitschaft, über sich selbst zu lachen. Und das können wir beide ganz gut.“ Damit trifft er etwas, das oft übersehen wird. Schnittmengenhumor kann man sich nämlich auch schaffen, besonders, wenn es darum geht, über sich selbst zu lachen. Das wird oft als Fähigkeit gesehen, in Wirklichkeit ist es aber eine Bereitschaft. Und die kann man zusammen mit dem richtigen Partner leichter erwerben als andere humorige Feinheiten.

2. Der Teamfaktor

Sich selbst nicht so ernst zu nehmen, kann obendrein für aktives Entertainment in der Beziehung sorgen. Gemeinsam Slapstick zu produzieren, statt vor der TV Comedy Show abzuhängen, macht jede Menge Spaß! Wir werden kreativ miteinander, wenn wir uns necken, albern sind oder ausgelassen toben. Das vermittelt ein starkes Wir-Gefühl und stärkt unsere gemeinsame Identität. Können wir uns dem Partner ungeniert so zeigen, hat das mit Vertrauen und Respekt zu tun. Wie in einem guten Team. Zugegeben: Amal Clooneys Aus-dem-Ei-Gepelltheit wirkt nicht gerade so, als könne man mit ihr auch mal hemmungslos herum spacken. Aber da kann man sich auch schwer täuschen. Und im Alltime-Designer-Dress wirkt ja schon ein Pups urkomisch.

Über Humor grenzen wir uns als Team auch vom Außen ab. Gemeinsam über die Macken der anderen lachen oder sich selbst auf die Schippe nehmen, weil man im Gegensatz zu Mr. und Mrs. Perfect oft so ganz andere Kommunikationsstrategien verfolgt, gibt uns das erhebende Gefühl: Wir gegen den Rest der Welt! Aber Vorsicht: Das Lästern über andere kann schnell zum Beziehungsinhalt werden, wenn es sonst nichts mehr gibt, was einen zusammenhält. Was ursprünglich witzig war, wird dann schnell zur negativen Energie!

3. Der Wogenglätter

Es klingt eigentlich paradox, aber der Liebe ganz besonders dienlich ist Humor in Auseinandersetzungen. Nichts entschärft eine konfliktträchtige Situation so wirksam wie eine Prise Humor. Wissenschaftler John Gottman, der „Einstein der Liebe“, hat das mit seinem Team untersucht: Äußert einer sich im Streit auch mal humorvoll oder handelt mit passendem Witz, normalisiert das die gestiegene Pulsfrequenz beider Partner. Ein im Eifer des Gefechts aufgebauter Tunnelblick weitet sich. Und weil ein zentrales verbindendes Element (s. Punkt 1) in Aktion gerufen wurde, wird die entstandene Distanz überbrückt, und wir fühlen uns unserem Partner sofort wieder näher.

Falls George Clooney also verschnupft reagiert haben sollte, nachdem er in einem Tagesschau-Post auf Facebook wie ein Anhängsel von Amal behandelt wurde (12.02.2016: „Bundeskanzlerin Merkel hat sich heute mit der international renommierten Menschenrechtsanwältin Amal Clooney getroffen, um über die Flüchtlingskrise zu sprechen. Clooney kam in Begleitung ihres Mannes, einem Schauspieler.“), könnte Amal zum Beispiel mit einer kleinen Merkel-Parodie den Haussegen wieder richten. Im Übrigen kann man es nicht oft genug betonen: Sich über sich selbst lustig machen zu können ist auch in brenzligen Situationen von Vorteil. Es lohnt sich, mal die eigene Erbosung zu beobachten und die für Außenstehende wohl skurrilen oder absurden Züge daran zu entdecken, um daraus bei Gelegenheit eine entwaffnende Bemerkung einfließen zu lassen. Das wirklich Komische daran ist, dass unser Partner uns danach umso ernster nehmen wird.

Merke: Niemals geeignet sind Spott oder bissiger Witz auf Kosten der Liebsten, und seien sie noch so pointiert. Denn nur liebevoller Humor ist für die Beziehung guter Humor!

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Über den Autor/die Autorin

Dr. Sandra Spreemann

Die promovierte Psychologin und Matchmaking-Expertin liebt die Liebe und Digitales: Vom Start bis 2010 leitete sie die wissenschaftliche Abteilung der Online-Partnervermittlung PARSHIP. Mit Herzblut steht sie diesem und anderen digitalen Unternehmen heute beratend zur Seite. Als Coach kümmert sie sich mal um den Beruf und mal um die Liebe der Menschen. Und als Autorin macht sie Ihre heimliche Leidenschaft zur Tugend.