Lass doch mal wieder sprechen, Baby!

Texten, mailen, chatten. Das ist das neue Siegertrio unserer alltäglichen Kommunikation. Warum es dadurch häufig zu Missverständnissen kommt, erklärt unsere Autorin Julia Malz

Der Emailwahn mit den Arbeitskollegen. Die diversen Chatgruppen mit unseren Freunden. Die stündlichen Textschleifen mit dem Liebsten. Dabei rutscht eine Sache immer weiter in den Graben: das gute, alte Telefonat. Was war das noch gleich? Ach ja, das Telefon zur Hand nehmen, eine bestimmte Nummer wählen und mit demjenigen am anderen Ende der Leitung über all das sprechen, was man ihn wissen lassen will. Oder von ihm wissen will. Oder so.

Dabei telefoniert es sich heute doch so viel besser als früher. Telefonzellen stehen inzwischen im Museum. Man ist in seinem Bewegungsradius nicht mehr durch ein Kabel eingeschränkt, das in der Wand endet. Man kann eigentlich überall drauflosquasseln. Das tun wir allerdings nur noch recht selten. Stattdessen wird getextet, was das Zeug hält. Kurze Infos, kurze Updates, kurze Küsse.

Sogar die Liebe wird schriftlich organisiert. Der Partner ist gerade nicht anwesend? Schnell eine kleine WhatsApp hier, ein Link über den Messenger dort. Das geht inzwischen sogar ganz ohne Buchstaben. Eine bunte Emoji-Parade tut es auch. Die Textnachricht, eigentlich als praktisches Add-on für den Alltag gedacht, hat dem Telefonat die Krone geklaut und regiert nun kurz und knapp ein weites Gebiet unserer Beziehungen.

Sind Gefühle mit im Spiel, führt dies nicht nur zu einem erhöhten Stresslevel, sondern bereitet auch ein Minenfeld von Missverständnissen. Bereits die verbale Kommunikation zwischen Mann und Frau ist recht komplex. Da kann der Tausch von Telefonat gegen Text den Beteiligten auch mal ordentlich um die Ohren fliegen.


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