Verpassen Sie
keinen Artikel mehr!

Melden Sie sich jetzt für unseren Newsletter an!

Abonnieren
Unsere Hinweise zur Datenverarbeitung finden Sie hier.
Ich möchte per E-Mail von beziehungsweise (PE Digital GmbH) über aktuelle Artikel rund um die Liebe sowie über Produktangebote informiert werden. Diese Einwilligung kann jederzeit widerrufen werden. Kontaktadressen entnehmen Sie unseren Datenschutzhinweisen.
Verpassen Sie keinen Artikel mehr!
Unsere Hinweise zur Datenverarbeitung finden Sie hier.

Feldpost von der Beziehungsfront: So schläft die Liebe nicht ein

Bei frisch verheirateten Paaren schleicht sich schnell der Alltag ein. Die Gesten der Liebe sollen dabei aber nicht vernachlässigt werden. Unserer Gastautorin Nessa Altura hat dafür einen besonderen Brief erfunden 

Ach, was war das für ein Fest! Unsere Hochzeit! Märchenhaft!

So oder doch so ähnlich erzähle ich es denjenigen, die nicht mit dabei waren. Wenn ich nach Details gefragt werde, muss ich passen. Das meiste habe ich nämlich nicht miterlebt. Natürlich war ich da – in einem zauberhaften Kleid, mit einem professionellen Make Up, mit Sektglas an den Lippen und Blumenduft in der Nase. In meiner Erinnerung schüttle ich tausend Hände und werde laufend links und rechts auf die Wange geküsst. Der Rest geht in Farben, Wirbeln und Gelächter unter. Irgendwo am Rand steht der Mann, den ich nun geheiratet habe, gutaussehend, freundlich, etwas verlegen vielleicht.

Und nun die Ehe

Ihm und mir bekommt sie gut. Wir haben beide zugenommen – jetzt, da wir ein sicheres Zuhause haben, gerne zusammen kochen, und nicht mehr diese nervenzerreißende Unruhe in uns tragen, die die noch nicht erfolgte Partnerwahl ja auch bedeutet. Spannend und aufregend, das schon. Aber eben auch anstrengend.

Und jetzt kommt es mir auf einmal so vor, als verändere sich nichts mehr. Wir sitzen einzementiert in unserem Nest. Ein Kind wäre natürlich eine enorme Veränderung, aber dazu sind wir beide noch nicht bereit. Jetzt wollen wir uns erst einmal aneinander erfreuen, aber irgendwie schleicht sich eine Fadheit ins Leben, die mich beunruhigt.

Routine ist gut. Routine ist schlecht.

Routine ist ja an und für sich etwas Gutes. Sie entlastet uns. Wir können nicht bei jeder Gelegenheit das Für und Wider neu wägen und uns nach reiflicher Überlegung bewusst entscheiden, Routine tut das für uns. Routine übernimmt das Kommando und was wir einmal entschieden haben, gilt. Ich habe diesen Partner gewollt und auch bekommen. In Ordnung. Stimmt das eigentlich auch für ihn? Ich weiß es nicht. Wir sprechen nicht darüber. Wir haben geheiratet, Fakten geschaffen und gut ist.

Seite 1 2
Verwandte Themen:

Über den Autor/die Autorin

Nessa Altura

Nessa Altura hat eine Vielzahl von Kurzgeschichten veröffentlich und wurde u.a. mit dem Friedrich-Glauser-Preis für den besten deutschsprachigen Kurzkrimi des Jahres ausgezeichnet. 2010 hat sie den Autorenexpress ins Leben gerufen und verkauft Literaturgeschenke für Menschen, die sich Impulse für ihr Leben und ihre Liebe wünschen. Sie lebt in Süddeutschland, ist verheiratet und hat zwei Kinder.