Meine Angst, zu gehen

Nach sechs Jahren Beziehung stand unsere anonyme Autorin vor einer schwierigen Entscheidung. Sollte sie weiterhin darauf hoffen, dass ihre bröckelnde Beziehung noch die Kurve kriegen würde? Oder sollte sie endlich ein neues Kapitel aufschlagen?

Es war diese eine Beziehung. Mit der ich so viel Zeit verbracht habe. Es war eine dieser Beziehungen, die nicht immer leicht sind, in denen man sich aber denkt: Es wird, irgendwann, irgendwann wird es. Ich könnte glücklich werden. Sie hielt über sechs Jahre, einen Großteil meines Lebens, wenn man bedenkt, dass ich an ihrem Ende gerade einmal 25 Jahre alt war.

Leider musste ich immer wieder feststellen, dass es diese wunderschöne rosarote Welt, die einem als Kind immer und immer wieder vorgespielt wurde, ja, dass es diese Welt schlicht und ergreifend nicht gibt. Es gibt Schwärmereien, einen Kuss hier, ein verliebtes Lächeln dort. Manchmal, manchmal entwickelt sich daraus mehr – eine Liebe. Bei mir eine Liebe zu einem Menschen, von dem ich glaubte, er sei jemand für die Zukunft. Keineswegs ist eine solche Liebe einfach, und nur, weil man liebt, heißt das noch lange nicht, dass alles schön und wunderbar ist. Zu lieben bedeutet für mich viel mehr. Dass ich alles mit dem Partner teile, dass ich die guten und auch die schlechten Eigenschaften des Anderen akzeptiere. Dass wir durch die guten und auch durch die schlechten Tage gemeinsam gehen.

Da lagen sie nun. Die letzten sechs Jahre, hinter mir. Es gab gute Tage und gute Zeiten, aber wenn ich heute an diese Zeit zurückdenke, überwiegen wohl die schlechten Tage. Als das Ende ziemlich nahe war, überwog meine Hoffnung, dass es doch weitergehen würde, meine Angst, zu gehen und womöglich mein ganzes Leben alleine verbringen zu müssen. Trotz der ganzen Angst entschied ich mich zu gehen, mein Leben zu leben, es selbst in die Hand zu nehmen und zu gestalten. Ich wollte mich nicht mit dem Wunsch abfinden, dass es irgendwann einmal besser werden würde. Ich ging.

Und nun war der Moment gekommen. Der Moment, von dem ich nie geglaubt hätte, dass ich es schaffen und so stark sein könnte. Da lag es nun vor mir: ein neues und leeres Kapitel. Dieses Kapitel gefüllt mit schönen, neuen, frischen Momenten, aber auch mit Tränen, Unzufriedenheit und den schlechten Gedanken, ob ich in den letzten Monaten tatsächlich die richtigen Entscheidungen getroffen hatte.


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