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Wer hat Angst vorm Junggesellinnen-Abschied?

Lass krachen, Baby! Was früher nur der Bräutigam durfte, erlaubt sich heute selbstverständlich auch die Braut. Natalie Prinz über feiernde Freundinnen

Mit großer Verwunderung nehme ich immer wieder Horden peinlichst kostümierter Frauen zur Kenntnis, die versuchen, einen tooootal ausgeflippten Junggesellinnen-Abschied über die öffentliche Bühne zu bringen. Es spricht generell überhaupt nichts dagegen die anstehende Eheschließung als Grund für eine Party exzessiven Ausmaßes heranzuziehen, aber doch bitte mit Stil!

Die Nacht des Huhns

Jüngst am Alex: Sie würde am liebsten im Boden versinken, die junge Frau in dem Hühnerkostüm. Das Krönchen auf dem Kopf und der umgehängte Bauchladen machen die Sache nicht besser. Dass sie in diesem Aufzug mitten auf dem Berliner Alexanderplatz steht, übertrifft wahrscheinlich ihre schlimmsten Albträume. Auf jeden Fall wagt sie kaum den Blick zu heben, während zwei ihrer Freundinnen durch die Gegend laufen und versuchen wildfremde Menschen davon zu überzeugen, doch bitte eins von den irre lustigen Gadgets aus dem mitgeführten Shop zu kaufen. Vielleicht ein paar Handschellen mit Tierfell? Kondome? Oder das Sexwürfel-Set? Wer solche Freundinnen hat, der braucht keine Feinde mehr!

‚Hen Night‘, heißt es im Englischen – die Nacht des Huhns. Eine relativ neue, emanzipatorische Antwort auf die klassischen Junggesellen-Abschiede. Gute Sache eigentlich. Warum sollen nur Männer offiziell die Sau rauslassen dürfen?! Aber bitte, der Kern der Sache ist, dass vor allem die Braut ihren Spaß hat! Und nicht den Spott. Wenn sie schon immer mal einen Polizeistripper auf dem Schoß haben wollte … – nun ja, dann eben so. Aber KEINE Frau will jenseits von Karneval am helllichten Tag in einem Hühnerkostüm auf einem der belebtesten Plätze welcher Stadt auch immer stehen. Der Bauchladen soll übrigens dazu dienen, Geld für Alkohol aufzutreiben. Im oben erwähnten Fall war ich ehrlich versucht, in den nächsten Supermarkt zu gehen und der Armen eine Flasche Korn zu besorgen.

Spaß oder Spott für die Braut?

Eine ganz schlechte Idee ist es auch, die Braut am Tag vor der Hochzeit mit einem krachenden Junggesellinnen-Abschied zu überraschen. Mit Kater und verquollenen Augen vor dem Standesbeamten zu sitzen, ist nicht gerade die Erinnerung, die jemand von seiner Hochzeit haben will. GUTE Freundinnen sorgen zudem dafür, dass die Braut nichts tut, wofür sie sich später schämt. Beim ersten Kuss nach dem Ja-Wort das Fremdgeknutsche einer aus dem Ruder gelaufenen Nacht vor dem inneren Auge aufblitzen zu sehen, ist kein guter Start in die Ehe.

Es gibt erstaunlich viele Agenturen, die Rundum-sorglos-Pakete für einen Junggesellinnen-Abschied anbieten. Zu horrenden Preisen. Von der Stretch-Limo, über die Karaoke-Bar bis zum Strip-Unterricht. Alles dabei. Aber ist es das wirklich, was die Braut will? Vielleicht hat sie ganz andere Vorstellungen von einer gelungenen Party. Im Idealfall organisiert man etwas, was die Freundin schon immer mal tun wollte. Vielleicht Fallschirmspringen? Oder ein Tag wie sie ihn am liebsten mag: Wellness mit allem drum und dran und danach gut essen gehen zum Beispiel. Die Option auf eine wilde Nacht bleibt. Nett ist es übrigens auch, den Zukünftigen in die Pläne einzuweihen. Und zwar nicht um sich Absolution erteilen zu lassen, sondern damit er am nächsten Tag mit einem ordentlichen Frühstück und wenn nötig Aspirin zur Stelle ist!

 Keine Frau will im Hühnerkostüm auf einem Platz stehen müssen

Zum Schluss noch ein wertvoller Tipp, den ich bei Olivia Jones gefunden habe, die wohl beruflich mit mehr Junggesellinnen auf der Hamburger Reeperbahn zu tun hat, als jeder Mensch sonst: Gegen die ganz schlimmen Tränensäcke am Morgen danach soll Hämorrhoiden-Salbe Wunder wirken. Aber ohne Cortison! Man lernt nie aus.

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Über den Autor/die Autorin

Natalie Prinz

Natalie Prinz ist seit 25 Jahren freie Autorin für jede Form von Medien und war in den 90ern unter anderem für den Inhalt einer Staffel "Nur die Liebe zählt" mit Kai Pflaume verantwortlich. Bekennende Genusssüchtige. Nichts Menschliches ist ihr Fremd. Credo: „Da geht noch was!“. Lebt mit ihrer großartigen Tochter in Berlin. Wo sonst? Fotos macht sie auch: www.eyeem.com / [email protected]