Liebeslexikon: P wie Polyamorie

In unserem Lexikon erklären wir die lustigsten, schönsten und interessantesten Dinge rund um die Themen Liebe, Zweisamkeit und alles, was dazugehört

Es gibt Menschen, die verbringen ihr ganzes Leben mit ein und demselben Partner. Manche von ihnen macht das bis ans Ende glücklich und zufrieden, andere nicht so sehr. Weitaus häufiger sind in unseren Kulturkreisen Leute, die zwischen Zahnklammer-Phase und ergrautem Schopf mehr als nur eine Person lieben, sowohl körperlich als auch mit Herz und Seele. Ausschließlich nacheinander versteht sich – ist eine Beziehung in die Binsen gegangen, folgt meist mit ein wenig zeitlichem Abstand eine neue. Soweit das, was wir gemeinhin als normal betrachten. Dabei sind Polyamoristen genauso normal, nur machen sie das mit ihren Liebschaften eben ein bisschen anders. Gleichzeitig nämlich.

Polyamorie: die Liebe zu vielen

Auch wenn es einem angesichts der sich zuletzt häufenden Medienberichte so vorkommen mag: Im Grunde ist Polyamorie gar kein neues Phänomen – heute wird einfach sehr viel offener gesprochen über die einstige Partnerschaftspraxis einer Subkultur. Doch all der modernen Aufklärungsarbeit zum Trotz glauben viele monogam lebende Menschen noch immer, dass den buchstäblichen „Viel-Liebern“ etwas Schmuddeliges anhaftet. Sich bei ihnen alles nur um die Triebe dreht, ein bisschen Swinger, ein bisschen pfui, ein bisschen Bindungsangst, ein bisschen „also für mich ist das nichts“.

Dazu ein paar Fakten

Wer polyamorös lebt, tut das in der Regel im Einverständnis mit seinen Partnern, die diesen Lebensstil häufig auch selbst teilen. Oft besteht zu einer Person, vergleichbar mit einer monogamen Partnerschaft, eine besonders innige, langjährige Beziehung, während nebenher das Bedürfnis nach anderen Kontakten ausgelebt wird – sowohl sexuell als auch auf geistiger Ebene. Vertrauen, Gefühle und dennoch Abwechslung also? Klingt nach einem Modell mit Zukunft. Schätzungen zufolge schenken heute etwa 10.000 Deutsche mehreren Menschen parallel ihre Liebe. Sie sind meist überdurchschnittlich gebildet, politisch eher linksliberal eingestellt und im Schnitt zwischen 30 und 50 Jahre alt.


Weitere interessante Beiträge