Unüberbrückbare Gegensätze?! So funktioniert eine widersprüchliche Beziehung

Unglaublich, aber wahr, es gibt sie: Paare, die miteinander glücklich sind, obwohl sie in einigen Bereichen grundverschiedene Ansichten haben. Wie schaffen sie es, in harmonischer Zweisamkeit zu lieben?

Das vegetarische Steak

Mein Partner ist Vegetarier. Aus Überzeugung. Der Tiere zuliebe natürlich. Ich hingegen verspeise auch gerne mal genüsslich ein blutiges Steak. Das ist okay. Die stille Vereinbarung: Zuhause gibt es ausschließlich Salat – und natürlich noch andere vegetarische Dinge wie Seitan. Somit esse ich abends wenn überhaupt nur ein in Form gepresstes pappiges Schnitzel. Um nicht komplett auf mein Steak zu verzichten, habe ich meinen Fleischkonsum einfach in die Mittagspause verlagert. So belästige ich meinen Partner nicht mit dem toten Tier und kann meine eigene Fleischeslust trotzdem vollends befriedigen.

Jan, 26, mag gerne Fleisch

Rauchzeichen

“Hast Du schon wieder geraucht?!” Jeder Raucher, der mit einem Nichtraucher liiert ist, kennt diese Frage. Ja, ich habe geraucht. Anscheinend sind das Kaugummi und diverse Lufterfrischer nicht die richtige Wahl, um das zu vertuschen. Aufhören ist zwar immer wieder eine Option, die ich auf Dauer aber einfach nicht in die Tat umsetzen kann. Also muss ein Kompromiss her: Zuhause wird nicht geraucht. Und wenn doch, dann nur auf dem Balkon. Aber das höchst ungern. Nach Möglichkeit halte ich mich so weit es geht mit dem Rauchen zurück. So ein Partyraucher ist bei meiner Partnerin akzeptiert. Daher gehen wir jetzt häufiger feiern. Das Ding mit dem Küssen ist aber noch nicht ganz geklärt. Ich als Raucher schmecke anscheinend so, als würde man einen alten Aschenbecher auslecken. Daher wird erst nach einer gewissen Zeit wieder geknutscht – wie lang diese Zeitspanne ausfällt ist noch nicht ausreichend definiert – wenn der Rauch sich verflüchtigt hat. Manchmal ist das nervig, aber der Partnerin zuliebe ist das natürlich drin!

Simon, 32, überzeugter Partyraucher

Der Allergiker und der Hund

Ich konnte es noch nie nachvollziehen: Was haben die Leute immer mit ihren Tieren? Als bei mir mit zehn Jahren eine starke Tierhaarallergie festgestellt wurde, war das für mich kein Beinbruch – ich fand Haustiere noch nie sonderlich interessant. 26 Jahre meines Lebens habe ich sehr zufrieden haustierfrei verbracht und hatte ich immer den perfekten Grund in meinen Ex-Beziehungen, warum kein Haustier infrage kam. “Halloooo, Allergie!?” Und dann kam Sophie. Und Sophie war verrückt nach Hunden. Sie war nicht nur mit ihnen aufgewachsen, sie wusste alles über sie: Rassen, Verhaltensweisen, Trainingsmethoden, alles. Jeder wedelnden Hunderute schaute sie sehnsüchtig hinterher und als wir zusammenzogen, wurde das Thema unvermeidbar. Klar kam ich mit meiner Allergie – doch sie war gut vorbereitet! Es gibt nämlich Hunde, die für Allergiker geeignet sind. Tja. Weil sie es sich so sehr wünschte und ich ihr den Wunsch, wenigstens mal zu schauen, nun wirklich nicht abschlagen konnte, ging ich mit ihr zu einem Züchter, der sich auf Allergikerhunde spezialisiert hatte. Das war vor zwei Jahren. Heute haben wir einen vierbeinigen Mitbewohner. Er heißt Max und ist ein Labradoodle. Und wir geben ihn auf gar keinen Fall mehr her.

Johannes, 28, ist allergisch gegen Hunde. Nur nicht gegen Max

Fußball-Hulk

Kennen Sie das? In manchen Momenten, wenn man sich besonders ärgert oder freut und dann zu einem anderen Menschen wird? In Ansätzen hat das bestimmt jeder schon mal erlebt, aber Sascha ist da ein Sonderfall. Als wir uns kennenlernten, war gerade Bundesliga-Winterpause. Dass das einen so starken Einfluss auf unsere harmonische erste Zeit hatte, war mit damals nicht bewusst. Doch dann kam der erste Spieltag und aus meinem Prinz Charming wurde der grüne Hulk. Wir hatten uns mit seinen Jungs zum Fußballgucken verabredet und mir wurde sehr schnell klar, warum die anderen Freundinnen nicht dabei waren. So hatte ich Sascha wirklich noch nie gesehen. Den ganzen Abend konnte er sich nicht beruhigen, heizte sich mit seinen Jungs immer mehr auf, schrie, pöbelte und war noch abends so unfassbar schlecht drauf, dass ich nicht mehr mit zu ihm nach Hause gekommen, sondern lieber in meine WG geflüchtet bin. Ich habe sprichwörtlich das Blut in seiner Halsschlagader pulsieren sehen. Von da an wurde mir klar: Seine Stimmung am Wochenende richtet sich ganz klar nach dem Spielergebnis seiner Lieblingsmannschaft – und da sich diese ständig im Tabellenkeller aufhält, ist sie eher schlecht. Doch wir haben einen Weg gefunden, mit der Fußballemotion zu leben: Wir machen bestimmte Tage im Monat aus, an denen er kein Spiel live schaut. Dann ist das unser fußballfreies Wochenende. Wir gehen essen, unternehmen schöne Dinge oder gammeln einfach zusammen auf dem Sofa rum. Dafür kann er seine Emotionen frei mit seinen Jungs an den anderen Wochenende ausleben, ohne das Gefühl zu haben, sich zurückhalten zu müssen. Guter Deal!

Ann-Kathrin, 30, kein Fußball-Fan

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