Eine Liebeserklärung an viele Männer und viele Frauen

Menschen brauchen Bindung. Nicht nur in einer intimen Partnerschaft, ebenso in anderen engen Beziehungen. beziehungsweise-Leserin Annika hat für uns eine Liebeserklärung an die Freundschaft geschrieben

Menschen brauchen Bindung. Nicht nur in einer intimen Partnerschaft, ebenso in anderen engen Beziehungen. beziehungsweise-Leserin Annika hat für uns eine Liebeserklärung an die Freundschaft geschrieben

Eine Beziehung. Das ist wohl das, wonach sich alle Menschen sehnen. Einem anderen Menschen nah zu sein, bedingungsloses Vertrauen zu spüren, Schwächen zuzulassen, sich wohl zu fühlen, rumzulaufen albern, einfach so zu sein, wie man ist und genau dafür geliebt werden. 

Mir geht es da nicht anders. Diese einsamen Sonntage, die ich am liebsten im Arm eines wunderbaren Menschen verbringen würde. Die schönen Momente, die ich mit dieser besonderen Person teilen möchte. Ich hatte lange Zeit das Gefühl, bisher nie richtig geliebt zu haben oder geliebt worden zu sein. Doch dann kam dieses Jahr, in dem rein gar nichts so lief, wie es sollte.

Gerettet von vielen Frauen und vielen Männern

Und nein, hier wird nun keine dramatische, vor Kitsch triefende Liebesgeschichte folgen, in der dieser eine Mann in mein Leben getreten ist und mich „gerettet“ hat. Denn es waren viele Männer. Und viele Frauen. Wunderbare und besondere Männer und Frauen. Jene, die ich schon lange um mich hatte und deren Großartigkeit ich mir nie so sehr bewusst war, wie in diesem Jahr.

Zu Beginn dieses einen Jahres habe ich einen Verlust erlitten. Einen Verlust, den ich mir nie habe ausmalen können, obwohl ich innen drin lange wusste, dass er bald kommen würde. Ich habe einen fantastischen Menschen verloren, eine Liebe, ein Stück von mir selbst. Meine Omi.

Das Loch, in das ich gestürzt bin, hatte keinen Anfang und kein Ende. Das Fallen schien mir unendlich, mein Kopf fühlte sich an wie in Watte gehüllt. Ich habe alles gefühlt und gleichzeitig nichts. 

Es war ein Tag wie jeder andere in dieser Zeit. Ich hatte wochenlang kaum das Haus verlassen, wollte niemanden sehen, mit niemandem reden. Niemand hätte irgendetwas sagen können, das es besser gemacht hätte. Ich saß auf meiner Bettkante und habe geweint. Ich konnte gar nicht mehr damit aufhören. Es war dieser Moment, in dem du in mein Zimmer gekommen bist und dich neben mich gesetzt hast. Du hast nichts gesagt, nur deine Arme um mich gelegt und mich weinen lassen. Und es wurde langsam besser. Es war für dich selbstverständlich. Das war es für mich nicht.

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