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Wie Netflix (fast) meine Beziehung zerstörte

Rache ist Blutwurst

Ich konfrontierte ihn mit meiner Entdeckung. Aber natürlich nicht sofort. Erstmal spielte ich noch so lange die Unwissende, bis wir am Sonntagmittag endlich auf demselben Stand angekommen waren. Dann ging er ins Stadion und ich meine süßen Rachepläne an. In inniger Umarmung mit meinem Cheesecake-Eis nahm ich mir an diesem Frühlingstag das, was mir zustand. Die letzte verbliebene Folge, ganz für mich allein. Wie überlegen ich ihm war und wie sherlockmäßig schlau! Doch die Wahrheit ist: Es fühlte sich doof an. Und falsch. Keiner da zum Festklammern, keiner, der zwischendurch parallel mit mir ein ungläubiges „Nä!“ hervorstieß und in seine Erdnüsse staunte. Mein Plan war gewesen, ihm die Sache gleich bei seiner Heimkehr genüsslich aufs Brot zu schmieren. „Gucken wir jetzt die letzte Folge? Ach nee, hab ich nämlich schon, du mieser kleiner Betrüger!“ Ich tat es nicht, sondern gönnte ihm den Spaß – gar nicht so unglücklich darüber, der wilden Story beim zweiten Mal besser folgen zu können. Dann aber war es Zeit, ihm die Sofakissen über den Kopf zu braten.

Kaputtgeguckt

Kurze Zeit später trennten wir uns. Mit seinem Serien-Sologang hatte das zwar nichts zu tun, seit dem Seitensprung mit Sherlock halte ich diese Form von Betrug aber für einen durchaus legitimen Trennungsgrund. Okay, naja, vielleicht nicht wirklich. Aber ein Vertrauensmissbrauch ist es schon – und vor allem einfach ungerecht. Ungefähr so, wie jemandem heimtückisch das letzte Stück der heiß ersehnten Pizza vom Teller zu klauen, wenn der grad nicht guckt. Das gemeinsame Eintauchen in die Welt der Seriencharaktere ist doch gerade deshalb so toll, weil es eine gewisse Exklusivität mit sich bringt. Das gemeinsam Durchlebte schweißt zusammen, ist fast wie ein Geheimnis, das man nur mit dem Partner teilt. Und Millionen anderen Abhängigen natürlich, denen in ihrer Beziehung der gleiche Hinterhalt droht. Folgende Erkenntnisse habe ich aus meiner Geschichte immerhin gewonnen: Netflix ist gefährlicher als jede heiße Kollegin. Und: ein Paar, das zusammen streamt, bleibt auch zusammen.

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Über den Autor/die Autorin

Katrin Bauer

Katrin Bauer wurde in Hamburg geboren, wo sie Medienwissenschaften studierte, bevor es sie der Liebe wegen nach Berlin zog. Mittlerweile ist sie wieder glücklicher Single, arbeitet in einer Künstleragentur und schreibt in ihrer Freizeit über das Leben und Lieben in der Großstadt.