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„Ich habe eine Menge Traumfrauen getroffen“

Partnersuche aus Männer-Sicht. Und nein, Frauen kommen dabei nicht immer gut weg. Bestseller-Autor Leif Lasse Andersson im Interview zu seinem Buch „Warum auch nette Männer nicht zum Frühstück bleiben“

Es gibt gefühlt tausende Erfahrungsberichte von Frauen über misslungene Dates und entsetzliche Erlebnisse mit Männern. Die Regale der Buchhandlungen sind voll mit Selbsterlebtem über „Scheisskerle“, „Frösche“ und „Versager“. Männer sind in ihren Darstellungen meist zurückhaltender. Aber nicht alle. Leif Lasse Andersson hat in „Midleifcrisis“ zurückgeschlagen. Jetzt ist sein Buch in einer erweiterten Edition neu aufgelegt worden.

Herr Andersson, warum haben Sie das Schweigen eines Gentleman gebrochen?

Der Gentleman genießt und schweigt, das ist jetzt aber echt letztes Jahrhundert! So weit ich das mitbekommen habe, weiß die Frau von heute einen Mann zu schätzen, der nicht nur unfallfrei kommunizieren kann, sondern auch mal was von seinen Gefühlen preisgibt.

Wie viele Erfahrungen sind echt? Wie viel echter Leif steckt im Leif?

Die Erfahrungen sind fast alle echt. Und es steckt ungeheuer viel Leif in diesem Buch. Allerdings sind sämtliche Figuren frei erfunden. Oder sagen wir: Neu zusammengebaut. Stellen Sie sich vor, Sie haben 100  Personen aus Legosteinen gebaut,  bauen sie auseinander, nehmen all die Steine, die sie haben, mischen kräftig durch und erschaffen nun 100 ganz andere Personen. Am Ende ist der Inhalt der Gleiche, er sieht nur ganz anders aus. Lustige Episode am Rande: Ich bin mit einer Frau, die in diesem Buch eine Rolle spielt, nach wie vor eng befreundet. Sie hat es gelesen und nicht herausgefunden, wer denn nun sie gewesen sein könnte. Hab ich ihr auch nicht gesagt. Sie wissen schon: Der Gentleman schweigt und grinst ein bisschen schelmisch.

War eigentlich alles noch viel schlimmer? Oder mussten Sie die Wahrheit dramaturgisch aufpolieren?

Das war eigentlich alles schon ziemlich genau so schlimm, wie es dann im Buche stand. Und genauso schön. Und aufregend. Und wahnsinnig. Ich kriege viel Feedback von Leuten, die selbst auf Datingplattformen wie Parship unterwegs sind, und die sagen alle: „Ey, Alter, was schreibst du da mein Leben auf?“

Partnersuche ist eine der größten, wenn nicht die größte Herausforderung im Leben. Wie oft hält man das eigentlich aus?

Ich finde Partnersuche gar nicht so schlimm. Schlimmer ist, am Ende den falschen Partner zu haben.

Frauen kommen mit dem Singledasein besser zurecht, weil sie in ein größeres und stabileres soziales Netz aus besten Freundinnen fallen als Männer. Haben Sie einen Tipp für Männer, um bei der Suche nach der Traumfrau nicht zu verzweifeln? Oder auch zwei?

Nee, ganz im Ernst nicht. Ich glaube, dieses Traum-Dings ist mehr so Mädchensache. Prinz mit dem weißen Pferd und so. Ich bin nie losgezogen und habe nach der Traumfrau gesucht. Ich bin unterwegs gewesen und wollte jemanden Nettes zum Vögeln finden. Dabei hab ich dann eine Menge Traumfrauen getroffen. Am Ende sogar die eine fürs Leben. Obwohl die am Anfang partout nicht mit mir ins Bett wollte. Aber das ist eine andere Geschichte.

Wir alle mogeln ja ein wenig bei der Selbstdarstellung. Sei es beim Date oder davor in der Kontaktanzeige oder dem Online Profil. Welche Schummelei können Sie durchgehen lassen? Und welche auf keinen Fall?

Nach ein paar Jahren auf Datingportalen haut Sie diesbezüglich nichts mehr um. Und Sie lernen zu interpretieren. Wenn da „29“ steht, addieren Sie im Geiste 5 bis 10 Jahre dazu. Frauen schummeln beim Alter. Und mit alten Fotos. Männer täuschen dafür vor, dass sie wahnsinnig erfolgreich im Job sind, dass sie auf Patchworkfamilien stehen, und dass sie niemals nur die eine, schnelle Nummer wollen. Die sie dann wollen. Was viele Frauen im weiteren Kampf um die wenigen, wirklich bindungswilligen Typen, zu neuen kreativen Höchstleistungen in ihren Online-Profilen treibt. Ein Teufelskreis. Aber ein recht unterhaltsamer.

Ihr Tipp: Gleich und gleich gesellt sich gern oder Gegensätze ziehen sich an? Und warum?

Keine Ahnung, echt nicht. Ich kann zum Beispiel sagen: ich ziehe magischerweise viele Lehrerinnen an. Vielleicht, weil ich drei Sätze geradeaus schreiben kann, und die alle Germanistik studiert haben. Dafür habe ich überhaupt keinen Schlag bei Polizistinnen, Richterinnen oder Staatsanwältinnen. Wahrscheinlich wittern sie in mir den angeborenen Beischlafschwindler. Und ich war noch nie mit einer Friseurin im Bett. Die werfen einen Blick auf meine Geheimratsecken und wissen: Der Typ kriegt Glatze und dann schnarcht er bestimmt auch.

„Warum auch nette Männer nicht zum Frühstück bleiben“ ist eine erweiterte Neuauflage Ihres Erfolgsromans „Midleifcrisis“: Was ist anders?

„Midleifcrisis“ war ja nun echt ein Knaller, Top Ten in den Bestsellerlisten von Amazon, hunderte Rezensionen, E-Mails, Facebook-Nachrichten. Ganz viele Frauen haben mir geschrieben: „War echt cool, zu lesen, wie ein Mann das sieht. Aber was hat eigentlich Elke von dir gehalten. Oder Hannah? Oder Laura? Oder alle die vielen Affären?“ Und darüber habe ich nachgedacht. Ich hatte plötzlich das Gefühl, das Buch wäre nicht vollständig. Der Riva-Verlag hatte das Gefühl: Lief geil,  das legen wir gleich noch mal auf. Und schwupps war sie da, die erweiterte Neuauflage, in der nun etwa 40 neue Seiten aus Frauensicht geschrieben sind. Ich finde den zweiten Schuss besser gelungen, kompakter, schlüssiger. Und mein Verleger Olli Kuhn hat vor Rührung geweint, als er das letzte Kapitel las, und der ist nun echt mal ein abgezockter Hund.

Und wann lüften Sie Ihr Pseudonym?

Wenn’s nach mir geht: Nie! Viel zu viele Kollateralschäden. Was sollen all die vielen Ex-Affären von mir denken? In dieser Hinsicht bleibe ich wirklich Gentleman: Keine soll lesen, warum ich bei der Ansicht ihrer Silikonbrüste an einen Kindergeburtstag gedacht habe.

Was sagt eigentlich Ihre Frau über das Buch?

Manche Passagen fand sie schwierig. Und auch mit der Sprache war sie nicht immer einverstanden. Und ich musste ihr versprechen, dass der Roman aufhört, bevor sie in mein Leben tritt. Ich hab sie nämlich bei einer großen Partner-Börse kennengelernt. Wir haben uns gesehen, wir haben uns verliebt, wir sind zusammengezogen, haben ein Haus gebaut, eine wundervolle kleine Tochter bekommen, und manchmal gucken wir uns an und sagen einander: „Ey du, bitte schick mich bloß nie wieder da raus, zu all diesen grässlichen Singles.“

Neugierig auf das Buch? Wir haben hier einen Buchauszug für Sie!
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Über den Autor/die Autorin

Eric Hegmann

Liebe macht glücklich. Als CLO (Chief Love Officer) verantwortet er die redaktionellen Inhalte von beziehungsweise. Eric Hegmann ist Paartherapeut und Single-Coach und Autor zahlreicher Bücher über die Liebe. Arbeitsschwerpunkte: Bindungsangst und Verlustangst Warnsignale Beziehung: Gehen oder bleiben? Er bietet erfolgreiche Online Kurse rund um Liebe und Partnerschaft an. Er ist Gründer der Modern Love School. Der Wahlhamburger ist verheiratet und lebt und arbeitet seit 25 Jahren neben der berühmtesten "Liebes-Meile" der Welt: der Reeperbahn.