Verpassen Sie
keinen Artikel mehr!

Melden Sie sich jetzt für unseren Newsletter an!

Abonnieren
Unsere Hinweise zur Datenverarbeitung finden Sie hier.
Ich möchte per E-Mail von beziehungsweise (PE Digital GmbH) über aktuelle Artikel rund um die Liebe sowie über Produktangebote informiert werden. Diese Einwilligung kann jederzeit widerrufen werden. Kontaktadressen entnehmen Sie unseren Datenschutzhinweisen.
Verpassen Sie keinen Artikel mehr!
Unsere Hinweise zur Datenverarbeitung finden Sie hier.

Für immer Single? Weil ich Feministin bin?

Ich bin Single – zumindest gemessen an gängigen Definitionen. Und ich bin Feministin. Ein beliebtes Klischee über Feministinnen ist, dass sie für immer solo bleiben. Warum? Vielleicht wegen der Vorurteile, dass sie prüde sind, alles sexistisch finden und Männer hassen und daraus resultierend sowieso keine Männer mit ihnen zusammen sein möchten

So, erst einmal: Newsflash, es gibt auch Frauen, die mit Frauen oder nicht-binären Menschen zusammen sind. Auch ich kann Menschen jedes Geschlechts lieben und begehren. Auch ansonsten ist diese Annahme ziemlicher Quatsch. Ich als Feministin, die mit anderen Feministinnen befreundet ist, kann erstmal ganz unrepräsentativ sagen, dass sogar die Mehrheit der Feministinnen, die ich kenne, vergeben sind. Ich denke, dass es genau wie bei allen anderen Menschen, Personen gibt, die Single sind und andere, die vergeben sind. Das ändert sich ja auch dann und wann mal wieder.

Was ist überhaupt die Funktion der Zweierbeziehung?

Der Unterschied, den es geben könnte, wenn man denn einen suchen möchte, ist, dass Feministinnen sich eher mit dem Ursprung der Ehe bzw. der Zweierbeziehung beschäftigt haben. Die Industriegesellschaft war und ist auf die Rollenverteilung innerhalb der Kleinfamilie angewiesen. Viele strukturelle Nachteile für Frauen ergeben sich auch heute noch durch die konventionelle Zweierbeziehung zwischen Mann und Frau. Dies zeigen auch die veränderten Umstände durch Corona aktuell wieder besonders gut. Dies beinhaltet wirtschaftliche Nachteile in Bezug auf Mehrarbeit, Care-Arbeit und Altersarmut.

Viele Feministinnen, vor allem die, die manipulative Beziehungen kennen, haben keine Lust (mehr) auf so eine Partnerschaft. Sie haben keine Lust mehr darauf, dass ihnen ihre Kompetenz abgesprochen wird, nur weil sie Frauen sind. Dadurch sind sie bei der Partnerwahl also sehr besonders aufmerksam und gehen eine Beziehung nur ein, wenn ihr Partner nicht diese Ansichten vertritt, eine gleichberechtigte Beziehung führen möchte und sich der oftmals strukturellen Probleme ebenfalls bewusst ist.

Zumindest ist es bei mir so. Ich bin deutlich lieber „allein“, als mich mit einem Partner herumzuschlagen, der all dies nicht so sieht. Das würde den Alltag zum Kampf machen. So eine Beziehung hätte für mich keinen Mehrwert. Unwahrscheinlich, dass ich in dieser Konstellation überhaupt Liebe empfinden könnte. Außerdem bin ich ja nicht wirklich allein. Ich habe gute Freundinnen und Freunde und auch sehr regelmäßig Sex – durchaus auch in Freundschaften. Dafür muss ich ja nicht in einer Beziehung sein. Mir fehlt also nichts, aber die Gesellschaft will es einem oft anders weismachen.

Seite 1 2
Verwandte Themen:


Über den Autor/die Autorin

Melina Seiler

Nachdem sie immer wieder von anderen so genannt wurde, bezeichnet sich Melina Seiler jetzt selbst als „Sexfluencerin des Vertrauens“ oder in seriös als sexpositive, intersektionale Feministin, Journalistin, Autorin, Speakerin, Podcasterin und Kolumnistin. Sie schreibt und spricht zu Feminismus (insbesondere zu Sexualität & Schönheitsidealen), LGBTQIA+ sowie zu Diversität und Diskriminierung allgemein. In ihrer Kolumne „Date mit einer Feministin“ schreibt sie für beziehungsweise über Vorurteile und Klischees, die über Feministinnen kursieren und erklärt was es mit dem Feminismus wirklich auf sich hat. Melina hat einen Bachelor of Arts in „Journalismus und Unternehmenskommunikation“. Aktuell absolviert sie ihr letztes Semester im Master „Journalistik und Kommunikationswissenschaft“ an der Uni Hamburg. Ihr Master Arbeit behandelt – wie soll es auch anders sein – die Frage, wie feministisch der Journalismus sein darf oder sogar sein muss. Mehr von Melina kann man in ihren Büchern „Was ich mal sagen wollte“, „LIEBEN & LEIDEN“ und „Kopf. Stein. Pflaster.“ lesen oder in ihrem Podcast „Gedanken einer Sexfluencerin“ hören.