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Ein Jahr Tinder-Dates: Is it a match?

Als er endlich geht, fühlt es sich an, als würde ich aus einem schlechten Traum aufwachen. Manchmal habe ich diese Träume, in denen schlimme Dinge passieren. In denen ich merke, dass ich gerade träume, aber nicht in der Lage bin, mich selbst aufzuwecken. So ungefähr waren die letzten drei Stunden, nur, dass sie real waren. Ich habe nicht reagiert. Ich habe ihn in meinen Hausflur und in meine Wohnung gelassen. Sobald er aus der Tür ist, blockiere ich seine Nummer bei WhatsApp.

Ich schicke meiner Single-Freundin Milli gegen null Uhr dreißig den Standort meiner Wohnung und schreibe ihr, dass ich zu Hause bin und es mir gut geht. Es ist ausgemacht, dass ich mich nach jedem Date kurz melde, damit sie sich keine Sorgen macht. Ich finde es wichtig, dass immer jemand weiß, wo ich bin. Wir sprechen vorher darüber, wen wir treffen, und halten uns auf dem Laufenden. Wie schlimm wäre es, wenn von so einem Date niemand etwas wüsste? Da könnte ja alles passieren. Könnte auch so, merke ich jetzt.

Als ich aufwache, ist mir direkt wieder schlecht. Leon. Dieser Blowjob-Spruch. Ich habe ihn mit zu mir genommen. Was ich meinen Freundinnen nicht erzähle, als ich am nächsten Tag davon berichte. Ich lasse es weg, fühle mich schlecht, aber das hier ist einfach nur verdammt peinlich. Meine Geschichte bleibt einfach nach dem Essen offen –»… ja und dann war ich halt zu Hause, puh!« Was war nur los mit mir? Ich verzeihe mir diese eine Notlüge mit dem Versprechen an mich selbst, dass mir das nie wieder passiert. Nie wieder. Genauer auswählen. Einen Selbstverteidigungskurs belegen, vielleicht. Sich trauen, Nein zu sagen. Egal was, Hauptsache, das passiert mir nicht noch mal. Meinen Freundinnen werde ich ein anderes Mal von den unschönen Einzelheiten erzählen, wenn ich mehr verstanden habe, was mich zu dieser Dummheit veranlasst hat.

Vielleicht wären ein paar grobe Regeln ganz gut. So was wie: Mindestens drei Dates draußen, an der frischen Luft, eh ich überhaupt überlege, jemanden in meine Wohnung zu lassen oder ähnliches. Auch wenn sich ein Wein auf meinem schönen Balkon schnell verlockend anhört. Jedes kleine ungute Gefühl in meiner Magengrube ernst nehmen. Und ein Date im Zweifel schon nach zehn Minuten abbrechen, wenn es sich wie Zeitverschwendung anfühlt, kein spannendes Gespräch in Gang kommt. Auch wenn ich nicht weiß, wie ich das schaffen soll. Ich bin nicht der Typ für klare, harte Worte und direkte Absagen. Ich traue mich das schlichtweg nicht.

In einem Anfall von »andere Frauen mit diesem Negativ-Erlebnis zu mehr Selbstbestimmung inspirieren zu wollen« und einem »Ich muss veröffentlichen, dass mir so was auch passiert, dass ich nicht immer stark und tough und bei mir bin«, schreibe ich dieses erste Dating-Erlebnis für meinen Blog auf. Aber dann schreibe ich weiter, Date um Date. Das ist der Anfang von diesem Buch.

Ob sie weitere Horror-Dates hatte? Oder vielleicht doch Mr Right dabei war? Das erfahrt ihr, wenn ihr weiterlest!


Marie-Luise Ritter
„Tinder Stories: Ein Jahr voller Dates“

12,99 €
ISBN 978-3-492-50318-1

erhältlich beim Piper Verlag

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