Date mit einer Feministin: Ist sie prüde im Bett?

Was bedeutet Feminismus genau?
Sind Feministinnen prüde?
Wenn es um Feminismus geht, kursieren viele Vorurteile und Klischees. Eines davon ist, dass Feministinnen prüde seien und folglich nur wenig, gar keinen und/oder schlechten Sex haben. Aber stimmt das?

Konsens ist Voraussetzung für Sex

Einvernehmlich ist an dieser Stelle ein wichtiges Stichwort. Wann ist Sex einvernehmlich und ab wann ist er nicht (mehr) einvernehmlich (und somit auch nicht mehr Sex, sondern sexualisierte Gewalt)? Er ist dann einvernehmlich, wenn alle beteiligten Personen ihren Konsens gegeben haben. Also zugestimmt haben über das, was beim Sex passiert. Da Sex nicht einfach Sex ist, sondern aus vielen verschiedenen Facetten und Praktiken bestehen kann, ist es wichtig, dass man sich bei jeder neuen Handlung das Einverständnis einholt.

Das kann so aussehen:

„Darf ich dich Küssen?“ – “Ja”

„Darf ich dich hier anfassen?“ – „Sehr gerne!“

„Wollen wir uns ausziehen?“– „Unbedingt!“

„Darf ich dich lecken?“ – „Ja, bitte.“

„Hast du Lust auf penetrativen Sex? Dann hole ich ein Kondom.“
– „Ja, ich muss nur noch schnell auf die Toilette.“

Damit Konsens überhaupt möglich wird, sollten die beteiligten Personen wissen, was sie mögen. Das ist nicht immer einfach und dafür müssen sie ihren eigenen Körper kennenlernen. Viele Menschen – besonders Frauen – glauben, guter Sex heißt, die andere Person – meist Männer –, zu befriedigen. Dafür machen sie Sachen, die ihnen nicht gefallen. Ich habe das früher auch geglaubt und Dinge gemacht, die mir nicht gefallen haben oder gar weh taten.

Das ist kein Sex mehr, sondern sexualisierte Gewalt

Ich denke, guter Sex ist, wenn man gemeinsam herausfindet, was sich gut anfühlt. Man muss nicht immer alles wissen. Man kann ausprobieren und sollte „nein“ sagen, wenn sich etwas nicht mehr gut anfühlt. Und so kann es auch sein, dass man den Konsens zurückzieht. Man hat beispielsweise zugestimmt an einer bestimmten Stelle angefasst zu werden, merkt dann aber, dass man das nicht mag und sagt dann, „das möchte ich doch nicht“. Das muss immer respektiert werden, denn: Nein heißt Nein.

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