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Date mit einer Feministin: Ist sie prüde im Bett?

Max hat sich mit Marie über eine Dating App verabredet. Sie hatten ein bisschen hin und her geschrieben, darüber was sie im Leben machen und was ihre Hobbys sind. Heute wollen sie sich auf einen Kaffee treffen. In Maries Profil steht, dass sie Feministin ist. Max ist verunsichert. Feministin? Was bedeutet das? Sind das nicht die Frauen, die prüde sind und beim Sex alles so kompliziert machen? Als Max Marie dann sieht, ist er fast überrascht, dass sie ein Top mit tiefem Ausschnitt trägt und ihm von einer Sextoyparty erzählt.

Wenn es um das Wort „Feminismus“ geht, kursieren in den Köpfen der Menschen viele Vorurteile und Klischees. Eines davon ist, dass Feministinnen prüde seien und folglich nur wenig, gar keinen und/oder schlechten Sex haben. Aber stimmt das wirklich?

Was bedeutet prüde überhaupt?

Der Duden definiert das Wort als „alles, was auf Sexuelles Bezug hat, als peinlich empfindend, es nach Möglichkeit meidend“. Klingt nach pubertierenden Teenagern. Trotzdem scheinen Menschen immer wieder davon auszugehen, dass Frauen, die sich als Feministinnen bezeichnen, so sind.

Ich sage, das ist Quatsch. Zum einen, weil Feministinnen, genauso wenig wie Menschen allgemein, alle gleich sind und zum anderen, weil viele Feministinnen, sich gerade durch ihre Überzeugungen besonders ausgiebig mit dem Thema Sexualität beschäftigen. Das Gegenteil von prüde ist sexuell selbstbestimmt und das haben viele Feministinnen, wie ich auch, gelernt zu sein. Sie wissen, was sie wollen und sagen das auch.

Die meisten Feministinnen sind sexpositiv

Es gibt sogar eine explizit feministische Strömung, die das ausdrückt, den Sexpositiven Feminismus. In den 1970er-Jahren beschäftigte sich die Frauenbewegung erstmals intensiv mit der Frage, wie das gesellschaftlich vorherrschende, gewaltvolle Bild von Sexualität verändert werden könnte. Sexpositive Feministinnen wollten dies durch Bildung sowie positive Worte, Bilder und Verhaltensweisen über Sexualität erreichen.

Das feministische Missy Magazin definiert den heutigen Sexpositiven Feminismus wie folgt: „Die sexpositive Bewegung steht heute auf einer breiten Basis und lässt sich mit folgenden Merkmalen aus den Bereichen Gesundheit, Sexualität, feministische Pornografie, Sexarbeit und BDSM beschreiben: Sexuelle Freiheit ist Bestandteil der allgemeinen Freiheitsbestrebungen. Zur Ausübung dieser Freiheit ist ein freier Zugang zu sexuellen Informationen unabdingbar. Einvernehmliche sexuelle Aktivitäten zwischen Erwachsenen – und es existiert eine unendliche Vielfalt an Sexpraktiken – bedürfen keiner Regelung und keiner Bewertung von außen.“

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Über den Autor/die Autorin

Melina Seiler

Nachdem sie immer wieder von anderen so genannt wurde, bezeichnet sich Melina Seiler jetzt selbst als „Sexfluencerin des Vertrauens“ oder in seriös als sexpositive, intersektionale Feministin, Journalistin, Autorin, Speakerin, Podcasterin und Kolumnistin. Sie schreibt und spricht zu Feminismus (insbesondere zu Sexualität & Schönheitsidealen), LGBTQIA+ sowie zu Diversität und Diskriminierung allgemein. In ihrer Kolumne „Date mit einer Feministin“ schreibt sie für beziehungsweise über Vorurteile und Klischees, die über Feministinnen kursieren und erklärt was es mit dem Feminismus wirklich auf sich hat. Melina hat einen Bachelor of Arts in „Journalismus und Unternehmenskommunikation“. Aktuell absolviert sie ihr letztes Semester im Master „Journalistik und Kommunikationswissenschaft“ an der Uni Hamburg. Ihr Master Arbeit behandelt – wie soll es auch anders sein – die Frage, wie feministisch der Journalismus sein darf oder sogar sein muss. Mehr von Melina kann man in ihren Büchern „Was ich mal sagen wollte“, „LIEBEN & LEIDEN“ und „Kopf. Stein. Pflaster.“ lesen oder in ihrem Podcast „Gedanken einer Sexfluencerin“ hören.