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Jeder Tag ein Protest?

Das ist Feminismus

Irgendwann kam dann durch einen Zufall das Wort Feminismus dazu. Denn natürlich fand es in meiner zwölfjährigen Schullaufbahn nicht einmal Erwähnung. Nicht mal in meinem Geschichts-Leistungskurs wurde darauf eingegangen, wann Frauen sich welche Rechte erkämpften (Wahlrecht für Frauen 1919, eigenes Konto besitzen dürfen 1958, ohne Erlaubnis vom Ehemann Arbeiten gehen 1977, Vergewaltigung in der Ehe strafbar 1997).

Durch ein Buch, das der Kumpel einer (wie ich im Nachhinein sagen muss sehr konservativen) Affäre für mich kaufte. Skurriler Zufall. Er kaufte es einfach so. Und dann machte auf einmal alles Sinn. Ich verstand Zusammenhänge. Ich verstand, dass auch andere Menschen die gleichen Dinge erleben und hinterfragen wie ich.

Ich habe angefangen, laut und deutlich zu sagen, was ich denke und wofür ich stehe. Und deshalb gehe ich auch auf Demos wie die am 8. März. Aus all den Gründen, die ich oben aufgezählt habe.

Der Feminismus, an den ich glaube, denkt intersektional (Intersektionalität ist die Überschneidung von verschiedenen Diskriminierungsformen in einer Person). Er ist queer und sexpositiv. Er schließt ein und nicht aus. Er liebt Menschen unabhängig von Geschlecht, Sexualität, Körper, Hautfarbe, Religion, Herkunft, Ethnie und dem unschönen Wort Klasse. Er gesteht allen Menschen die gleichen Rechte und Freiheiten zu.

Der Feminismus, für den ich stehe, ist body-positive. Er akzeptiert Lebensmodelle abseits der Norm. Denn: Fuck, was ist schon die Norm? Er empowert Menschen. Er hört ihnen zu und spricht nicht für Menschen, von deren Lebensumständen er keine Ahnung hat, denn diese können selbst sprechen

Der Feminismus, für den ich mich stark mache, arbeitet gegen jede Form von Diskriminierung. Für Rassismus, Sexismus oder Homo-, Bi-, Transphobie und jegliche andere Form der Diskriminierung ist kein Platz. Dieser Feminismus setzt sich für die Selbstbestimmung aller ein und möchte dabei helfen, alte Rollen(-bilder) abzulegen, damit Menschen sich außerhalb dieser entdecken können.

Klingt doch eigentlich ziemlich gut, oder? Niemand wird doof behandelt und alle dürfen sein, wie sie sind.

Auch Männer können sich ihre Fingernägel bunt lackieren oder offen über ihre Gefühle sprechen und das hat dann auch nichts mit ihrer sexuellen Orientierung zu tun. Genau darum geht es: Alle Menschen können und dürfen alles sein, ohne irgendwelchen Stereotypen entsprechen zu müssen. Solange es Stereotype, Rollenbilder und Ungleichberechtigung gibt, ist jeder Tag in gewisser Form ein Protest, wenn man sich diesen bewusst entgegenstellt, aber das heißt nicht, dass man deshalb keine Zeit für andere Dinge mehr hat. Allein die Art und Weise, wie man seinen Alltag gestaltet, kann Rebellion sein. Aber das hat dann nichts damit zu tun, dass ständig schlechte Laune herrscht, sondern damit, dass man aktiv daran teilnimmt, die Welt zum Besseren zu wandeln.

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Über den Autor/die Autorin

Melina Seiler

Nachdem sie immer wieder von anderen so genannt wurde, bezeichnet sich Melina Seiler jetzt selbst als „Sexfluencerin des Vertrauens“ oder in seriös als sexpositive, intersektionale Feministin, Journalistin, Autorin, Speakerin, Podcasterin und Kolumnistin. Sie schreibt und spricht zu Feminismus (insbesondere zu Sexualität & Schönheitsidealen), LGBTQIA+ sowie zu Diversität und Diskriminierung allgemein. In ihrer Kolumne „Date mit einer Feministin“ schreibt sie für beziehungsweise über Vorurteile und Klischees, die über Feministinnen kursieren und erklärt was es mit dem Feminismus wirklich auf sich hat. Melina hat einen Bachelor of Arts in „Journalismus und Unternehmenskommunikation“. Aktuell absolviert sie ihr letztes Semester im Master „Journalistik und Kommunikationswissenschaft“ an der Uni Hamburg. Ihr Master Arbeit behandelt – wie soll es auch anders sein – die Frage, wie feministisch der Journalismus sein darf oder sogar sein muss. Mehr von Melina kann man in ihren Büchern „Was ich mal sagen wollte“, „LIEBEN & LEIDEN“ und „Kopf. Stein. Pflaster.“ lesen oder in ihrem Podcast „Sinnerfülltes Leben – Der Podcast über Femidings und Umweltbums“ hören.