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Jeder Tag ein Protest?

Unsere Kolumnistin und „Sexfluencerin“ Melina Seiler schreibt in ihrer Kolumne „Date mit einer Feministin“ jeden Monat über Vorurteile gegenüber Feministinnen. Ein Klischee besagt, dass für sie alles ein Protest ist. Aber stimmt das?

Am Sonntag war der 8. März. Das ist der Weltfrauentag. Jedes Jahr gehen Frauen, Lesben, nicht-binäre, trans und inter Personen auf die Straße, um die gesellschaftlichen Missstände und Diskriminierungen sichtbar zu machen, denen wir täglich ausgesetzt sind. Wir verdienen beispielsweise im Schnitt immer noch deutlich weniger als Männer und übernehmen zuhause unzählige Stunden an unbezahlter Erziehungs-, Haushalts- und Pflegearbeit. Auch Gewalt durch den (Ex-)Partner ist ein häufiges Problem.

Der 8. März ist nur einmal im Jahr, aber die Missstände, die besonders an diesem Tag angekreidet werden, sind der Alltag für Frauen und Queers.

Warum Feminismus?

Auch ich war am 8. März auf der Straße und meine Gründe dafür sind vielfältig. Die Frage, auf die all das zurück geht, ist wohl im Grunde: Warum bin ich Feministin? Was ist Feminismus? Was kreidet er an?

Ich beantworte das für mich so: Für mich gibt es kein „bevor ich eine Feministin war“ und ein „danach“. Zumindest nicht so wie sich das manche vorstellen. Ich teile eher auf in:

  • ein „unwissend“ und ein „wissend“,
  • ein „naiv“ und ein „aufgeklärt“,
  • ein „von der Welt irritiert sein“ und ein „verstehend“.

Auch wenn man natürlich nie vollständig wissend, aufgeklärt und verstehend ist.

Schon sehr früh habe ich erkannt, dass ich auf Ungerechtigkeiten jeglicher Art allergisch reagiere. Ich wurde oft so wütend, dass ich weinen musste. Also war ich eine Kämpferin für Gerechtigkeit und Gleichberechtigung.

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Über den Autor/die Autorin

Melina Seiler

Nachdem sie immer wieder von anderen so genannt wurde, bezeichnet sich Melina Seiler jetzt selbst als „Sexfluencerin des Vertrauens“ oder in seriös als sexpositive, intersektionale Feministin, Journalistin, Autorin, Speakerin, Podcasterin und Kolumnistin. Sie schreibt und spricht zu Feminismus (insbesondere zu Sexualität & Schönheitsidealen), LGBTQIA+ sowie zu Diversität und Diskriminierung allgemein. In ihrer Kolumne „Date mit einer Feministin“ schreibt sie für beziehungsweise über Vorurteile und Klischees, die über Feministinnen kursieren und erklärt was es mit dem Feminismus wirklich auf sich hat. Melina hat einen Bachelor of Arts in „Journalismus und Unternehmenskommunikation“. Aktuell absolviert sie ihr letztes Semester im Master „Journalistik und Kommunikationswissenschaft“ an der Uni Hamburg. Ihr Master Arbeit behandelt – wie soll es auch anders sein – die Frage, wie feministisch der Journalismus sein darf oder sogar sein muss. Mehr von Melina kann man in ihren Büchern „Was ich mal sagen wollte“, „LIEBEN & LEIDEN“ und „Kopf. Stein. Pflaster.“ lesen oder in ihrem Podcast „Sinnerfülltes Leben – Der Podcast über Femidings und Umweltbums“ hören.