Warum organisierte Frauen einen Chaoten als Partner brauchen

Unordnung als Chance

Chaos ist ein integraler Bestandteil des Lebens. Ohne Chaos kein Fortschritt, kein Durchbrechen eingefahrener Routinen, die längst nicht mehr funktionieren. Wäre mein Freund kein Chaot, wäre mein Leben sicher entspannter, dafür aber viel weniger spontan. Ich müsste mich nicht dauernd neuen Umständen anpassen. Mein Sinn für Abenteuer und meine Neugier wären vielleicht schon längst im engen Korsett des Alltags verkümmert. Er bringt mich regelmäßig an den Rand des Wahnsinns, aber auch hilft mir seine Lebensweise, meinen Horizont offen zu halten.

Durch ihn habe ich gelernt, Dinge auch einfach mal laufen zu lassen, ohne sie vorher minutiös durchzuplanen. Ich gehe entspannter auf Menschen zu, ohne sofort mein rigides Wertesystem anzulegen und jede neue Bekanntschaft daran zu messen. Ich sage nicht mehr so häufig automatisch „nein“, wenn ich etwas nicht kann, sondern bin bereit, neue Dinge zu lernen.

Umgekehrt profitiert er natürlich von meinen Organisationskünsten. Chaoten und Organisationstalente sind füreinander geschaffen. Ich helfe meinem Freund, seine Finanzen zu ordnen, Termine auszumachen und To Do-Listen zu erstellen, er lockert dafür im Gegensatz meine Stimmung mit seiner Lebensfreude auf und bringt mir neue Sachen bei. Er nimmt in Kauf, dass ich mich mindestens einmal täglich über seine Geschirrberge oder alten Socken aufrege und ich, dass unsere Wohnung nicht wie ein Museum aussieht.

Gegensätze ziehen sich an, und das ist in unserem Fall gut so.


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