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Seine zweite Göttin: Lässt sich eine Ehe zu dritt führen?

Und manchmal werde ich auch richtig wütend. Nicht, weil ich ein Egoist bin, sondern weil ich mich frage, was Liebe eigentlich ist. Besitz? Ist Liebe nicht, dem Gegenüber Freude zu gönnen, zu teilen? Heißt es nicht, Liebe ist das Einzige, das mehr wird, wenn man es teilt? Ist das nur ein Spruch, den jeder mal gern vor sich hinplappert, und keiner hat den Mut und die Kraft, das in die Praxis umzusetzen? Was würde ich tun, wenn Julia in meiner Lage wäre? Wenn sie sich nicht fordernd, sondern im Innersten erschüttert an mich wenden würde, weil sie zwei Männer liebt. Würde ich sie hassen und ihr Vorwürfe machen und sie bedrängen? Nein, ich würde versuchen, ihr zu helfen, uns zu helfen, eine Lösung im Namen der Liebe zu finden, die allen gerecht wird. Das ersehne ich für mich, für Julia, für Rebekka.

Julia und Rebekka sind wie die zwei Seiten eine Medaille

Um eines klarzustellen: Ich liebe keine von beiden Frauen mehr, weil eine hat, was der anderen fehlt. Der Klassiker wäre, dass ich zum Beispiel mit Rebekka den besseren Sex habe, weil ich sie erst ein paar Monate kenne. Dem ist nicht so, Julia und ich, wir sind seit zehn Jahren zusammen, und unser Sex ist spitzenmäßig. Julia und Rebekka sind wie die zwei Seiten einer Medaille, beide vollkommen. Und ich liebe beide vollkommen. Ich habe versucht, mir vorzustellen, dass ich mich von Rebekka trenne oder von Julia. Ich schaffe es nicht. Ich habe angefangen, mich intensiv mit diesem Thema zu befassen, dass man oder frau mehr als eine oder einen liebt. „Polyamory“ nennt man das. Frauen und Männer, die polyamor sind, bekennen sich dazu, leben ihre Liebe oder ihre Lieben ohne Schuldgefühle. Ich kann damit viel anfangen, klar, es betrifft mich ja auch.

Okay, ich gebe zu, ich wäre vor ein paar Jahren nicht auf die Idee gekommen, mich mit dieser Liebesweise zu befassen. Doch nun, wo ich selbst betroffen bin, suche ich nach einem Ausweg aus diesem Dilemma. Ich kann nur jedem, der mich moralisch verurteilt, sagen, seid erst einmal in meiner Situation. Mir zerreißt es das Herz. Und warum soll es denn nicht gehen, zwei zu lieben, warum nicht? Was ist das Schlimme daran? Es gibt keine weiteren Menschen um uns herum, die unter einer polyamoren Beziehung leiden würden. Julia und ich, wir haben keine Kinder, denen wir erklären müssten, was Papa und Mama machen, wie sie ihre Beziehung führen. Warum also nicht wenigstens den Versuch wagen, alternativ zu herkömmlichen Beziehungsmustern zu lieben? Was spricht dagegen?“

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Über den Autor/die Autorin

Birgit Ehrenberg, geboren 1962, ist Journalistin und studierte Philosophin. Sie begleitet und unterstützt Menschen mit ihrer Expertise in existenziellen Fragen zur Liebe und ist seit vielen Jahren erfolgreiche Autorin zum Thema. Auf beziehungsweise führt die Liebesforscherin mit Paarberater Eric Hegmann regelmäßig Gespräche über das Wesen der Liebe.