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Kann man sich einen untreuen Partner schönreden?

Pia hört Jan gar nicht mehr zu, er redete sich um Kopf und Kragen. Sie geht ins Bett und weint die ganze Nacht durch, am nächsten Morgen will sie die Koffer packen, sie tut es nicht. Aber sie fährt zu ihrer Freundin, bleibt dort das Wochenende. „Ich habe Dich gewarnt. Jan macht Dich unglücklich.“, sagt Stella. Kein Trost, mit diesem Spruch kann Pia nichts anfangen. Das mochte sie noch nie, wenn Männer und auch Frauen in eine Schublade gesteckt werden, ihre Verhaltensweisen analysiert und kategorisiert. Schublade zu, abgestempelt als Schwein oder Schlampe.

Es war auch nicht wahr: Jan hatte sie nur glücklich gemacht – und das über viele Jahre, das war die Wahrheit

Und weil das so war, ist Pia davon ausgegangen, dass es immer so weitergehen würde, dass sie mit Jan eine Familie gründet. Beide waren Anfang 30, sie hatten schon über Kinder gesprochen. Aber Kinder mit einem Mann, der einem so etwas wie eine offene Ehe vorschlägt? Pia: „Ich war drauf und dran alles hinzuwerfen, doch mich hat etwas zurückgehalten. Ich konnte und wollte Jan nicht verlassen. Ich brauche Zeit, um das zu verkraften, was Du mir gesagt hast. Unsere Zukunft steht auf dem Spiel. Lass mich bitte erst einmal in Ruhe.“, bat Pia ihren Mann, als sie wieder zu Hause war.

Jan war völlig fertig, er hatte Angst, dass Pia nicht mehr wiederkommt. Er war heilfroh, dass Pia wieder da war und offenbar auch nicht wieder gehen wollte. „Er hat mir dann gesagt, dass er um meinetwillen auch darauf verzichten kann, sich auszuleben“, sagt Pia, „er würde alles tun, damit ich weiterhin glücklich mit ihm bin. Doch das war der zentrale Augenblick in unserer Beziehung, diese Aussage, sie hielt vor meinen Augen nicht stand. Mir war klar, wie mir noch nie vorher etwas Wesentliches klar war: Jan würde das unheimlich schwerfallen, sich ein Leben lang zu beherrschen. Und ich glaubte ihm durchaus, dass das nichts mit mir zu tun hat, dass es ihn ab und zu in andere Betten treibt. Mir war auch klar, dass ich das nicht will, auf keinen Fall, ich interessiere mich nicht für andere Männer. Man soll nie „nie“ sagen, aber der Gedanke, dass ich mit einem anderen Mann intim werde, kommt mir absurd vor.

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Über den Autor/die Autorin

Birgit Ehrenberg, geboren 1962, ist Journalistin und studierte Philosophin. Sie begleitet und unterstützt Menschen mit ihrer Expertise in existenziellen Fragen zur Liebe und ist seit vielen Jahren erfolgreiche Autorin zum Thema. Auf beziehungsweise führt die Liebesforscherin mit Paarberater Eric Hegmann regelmäßig Gespräche über das Wesen der Liebe.