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Ich bin gerade einfach nicht liebesfähig

Man sehnt sich nach starken Armen, die einen halten, nach großen Händen, die einen schützen, nach Lippen, die einen wärmen. Und trotzdem passt es gerade nicht, denn man ist nicht liebesfähig

Es ist nicht, dass ich nicht weiß, wie es funktioniert. Es ist nicht, dass ich es auch noch nie getan habe.  Es ist nicht, dass ich es nicht wieder will. Es ist nur, dass ich es gerade einfach nicht kann.

Unser erstes Date

Wir trafen uns in der Stadt. Ich erkannte ihn nicht sofort, weil er doch ein bisschen anders aussah, ein bisschen kleiner und schmaler, als er auf seinem Tinder-Profil wirkte, aber das war völlig ok, er sah schließlich immer noch ganz in Ordnung aus.

Wir verbrachten den ganzen Abend in einer überfüllten Bar, wo wir an dem letzten Tisch in der hintersten Ecke hockten. Dort, wo die Tischplatte so winzig war, dass sich unsere Beine heimlich berührten bis sie sich gegen Ende des Dates ineinanderschlangen.

Wir hatten wirklich einen netten Abend, waren uns auf Anhieb symphatisch und zum ersten Mal hatte ich das Gefühl, keinen Vollidioten getindert zu haben. Und so verabredeten wir uns gleich für das nächste Wochenende.

Der Alltag holte mich ein

Bis zum nächsten Wochenende waren es noch sechs Tage. Sechs Tage, in denen mich so viel Alltag einholte, dass ich die simpelsten Dinge vergaß, wie ihm einfach auf seine WhatsApp-Nachrichten zu antworten. Meistens hatte ich nur Zeit und Kopf für ein „Guten Morgen“ und ein „Gute Nacht“.

Einmal rief ich ihn an (ich verpasste meine Bahn und hatte Zeit, weil ich drei Minuten warten musste), weil ich wirklich ein schlechtes Gewissen hatte. „Ich habe nur drei Minuten Zeit“, begann ich das Gespräch, wofür ich mich im Nachhinein ohrfeigte, weil es so egoistisch und blöd war, das Gespräch so zu beginnen. In drei Minuten schaffte ich es dann aber tatsächlich einmal zu fragen, wie es ihm gehe (nachdem ich einen zwei minütigen Monolog über meinen bis obenhin vollgestopften Zeitplan hielt). Er gestand mir, dass er mich vermisste und zum ersten Mal holte ich Luft. Zum ersten Mal nach vier Tagen ließ ich das Leben für einen winzigen Atemzug an mir vorbeigehen und besann mich nur auf seine Worte, die wie ein loderndes Feuer in meiner Kehle brannten – sie taten weh. Ich wollte nicht, dass ich ihm fehle. Ich wollte nicht, dass er mich vermisst, denn ich vermisste ihn auch nicht.

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Über den Autor/die Autorin

Mona Kühlewind

Wenn es eine Sache gibt, der sich die Journalismus-Studentin und Bloggerin Mona Kühlewind sicher ist, dann ist es der Glaube an die eine, ganz große Liebe. Bis sie die aber gefunden hat, steckt sie erstmal jede Menge Liebe in das Schreiben, Reisen und ihren kleinen Hund Rosa.