Die 33 größten Irrtümer über Männer

“Männer, eMANNzipiert euch!” fordert Julian Hartmann, der sich seit Jahren die Finger wund tippt, um dem strauchelnden modernen Mann auf die Sprünge zu helfen

Julian Hartmann hinterfragt in „Schluss mit luschig! Anleitung zum Mannsein“ das moderne Männerbild und findet seine ganz eigene Antwort auf die Frage „Was ist ein Mann?“ und was sind die größten Irrtümer, die über Männer im Umlauf sind.

Mit einem Blog fing, wie so häufig, alles an. Julian Hartmann – frisch „gemachter“ Single wider Willen – steckte tief in einer Lebens- und Identitätskrise. Kurz: Ziemlich viel war ziemlich falsch gelaufen. Beziehung, Job und Selbstbild: Drei Baustellen von der Größe des neuen Berliner Airports. Herrschaftszeiten! Das sollte sich ändern, und zwar rasch! Ein Mann, ein Wort. Wenn Jammern schon nichts hilft, dann muss Mann sich eben selbst am Schopf aus dem Sumpf ziehen, dachte sich Julian und machte sich prompt ans Werk. Binnen kürzester Zeit entwickelte sich sein Blog „Schluss mit luschig“ vom Geheimtipp zu einer festen Größe für alle orientierungslosen, modernen Männer in den Dreißigern (und nicht nur die!), denen sich morgens beim Blick in den Spiegel die Frage stellt: Und das soll es etwa schon gewesen sein?!

Das heißersehnte Buch zum Blog erschien im Rowohlt Verlag, gespickt mit vielen tiefgründigen und heiteren Anregungen, wie es endlich klappen kann mit der längst überfälligen Emannzipation des Mannes. Auf 160 Seiten erklärt uns Julian, warum Machos und Schluffis keine echten Alternativen darstellen und es Zeit für eine Männerbewegung ist, die diesen Namen wirklich verdient. Ein Buch von einem Mann für Männer. Aber auch alle neugierigen Frauen werden voll auf ihre Kosten kommen.

Besonders amüsant sind Julians Listen, in denen er pointiert und mit einer reichlichen Prise Ironie Klischees auffährt, um sie hierdurch zu überwinden. Kostprobe gefällig? Gerne doch!

Die 33 größten Irrtümer über Männer

Männer sind so. Was für ein bescheuerter Satz. Denn eigentlich sind wir ganz anders. Ein Festival der Missverständnisse.

  1. Natürlich sind wir gute Zuhörer (lasst einfach ein paar Füllsätze weg, dann verlieren wir nicht so leicht den Faden, weil es unfassbar anstrengend ist, wenn sich ein Wortgebilde, du weißt schon, so überflüssig in die Länge zieht, als wäre der Punkt eine seltene, ach, was sag ich, überhaupt keine Option, und sich deshalb Wichtiges und Unwichtiges zu einem Brabbelbrei vermengt, äh, was hast du gesagt?).
  2. Der Vorwurf, wir würden Frauen primär auf Brüste und Hintern glotzen, ist Quatsch (auch Beine sind ein guter erster Anziehungspunkt).
  3. Dass wir jedem Rock hinterherschauen, ist ebenfalls Blödsinn (vielmehr interessieren uns die Schenkel, die darin stecken).
  4. „Je nackter, desto besser“ ist ein Gerücht. Wir lieben es, wenn ihr euch stilvoll verpackt.
  5. Wir schauen euch nicht nur gerne beim Ausziehen zu, sondern auch beim Anziehen.
  6. Auch wir mögen schöne Schuhe (wir kreischen nur nicht wie ihr beim Zalando-Mann).
  7. Nicht alle Männer hassen shoppen (aber sie sehen das nicht als Event oder verabreden sich dazu, sondern tun es einfach).
  8. Fast alle Männer hassen Prosecco (sie trinken nur aus Höflichkeit mit).
  9. Große Brüste sind überschätzt (kleine nicht).
  10. Positive Ausstrahlung ist unterschätzt (negative nicht).
  11. Modelmaße werden falsch eingeschätzt.
  12. Hungerhaken sind weniger sexy, als Frauen denken.
  13. Männer mögen Botox-Baustellen weniger, als Frauen denken.
  14. Männer mögen Duckface weniger, als Frauen denken.
  15. Männer mögen Küssen mehr, als Frauen denken.
  16. Männer mögen Ladys in Strumpfhosen mehr, als Frauen denken.
  17. Männer denken mehr, als Frauen meinen.
  18. Männer meinen mehr, als Frauen denken.
  19. Männer sind komplizierter gestrickt, als ihr denkt. Von wegen: blond, schlank, lange Beine, Strapse. Auch das wäre in Ordnung: brünett, schlank, lange Beine, Strapse. Oder, ganz ausgebufft: schwarz, schlank, lange Beine, Strapse.
  20. Männer vergleichen Penisse seltener, als Frauen denken (und als Frauen das tun).
  21. Wir wissen, was ihr tut, wenn ihr zu zweit auf der Toilette verschwindet.
  22. Nein, die Klein-Mädchen-Masche zieht bei uns nicht (und wenn, dann war sie ziemlich überzeugend inszeniert).
  23. Große Frauen schüchtern uns nicht ein, sie lassen uns wachsen.
  24. Dass wir nicht nach dem Weg fragen wollen, hat nichts damit zu tun, dass wir uns nicht helfen lassen möchten (die meisten Befragten schicken einen eh in die falsche Richtung).
  25. Wissen, wo die Dinge sind, gehört sehr wohl zu unseren Stärken (es kommt nur auf die Wichtigkeit der Dinge an).
  26. Leiden kommt von Leidenschaft (vergesst das nicht, wenn wir krank sind und jammern).
  27. Es ist ja nicht so, dass wir Multitasking nicht beherrschen würden, vielmehr lehnen wir das Prinzip aus gesundheitlichen und buddhistischen Gründen ab.
  28. Ob es uns schwerfällt, Fehler zuzugeben? Schätze nicht (wir machen ja kaum welche)!
  29. Selbstredend lesen wir auch die Texte im Playboy. Mann will doch wissen, wie die Playmates heißen.
  30. Wohl gibt es Traumfrauen – wir lieben sie! Das Beste an ihnen: Sie sind nach dem Aufwachen verschwunden.
  31. Männer denken keineswegs stündlich an Sex – sie tun es öfter.
  32. Männer tun es öfter, als Frauen denken.
  33. Wir können auch ernst (aber nicht in dieser Liste).

(Aus „Schluss mit luschig! Anleitung zum Mannsein“, S. 46-48)

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