Der Schlüssel zu glücklichen Beziehungen und Familien

Emotionale Agilität hilft uns dabei, die Herausforderungen des Lebens anzunehmen und zu meistern. Was es mit diesem faszinierenden Konzept auf sich hat und wie es sich auch für unser Beziehungsleben nutzen lässt, erfahren Sie in diesem Artikel.

4 Schritte emotionaler Agilität

Nach Susan David besteht emotionale Agilität aus vier Schritten, die oben teilweise schon angerissen wurden:

  1. Showing Up (sich sehen lassen, sich zeigen): Schwierige Gefühle gilt es nicht zu verdrängen oder endlos über sie nachzugrübeln, sondern sie willentlich, neugierig und freundlich zu betrachten und somit anzunehmen.
  2. Stepping Out (heraustreten): Gefühle und Gedanken sollten als das gesehen werden, was sie sind: Nur Gefühle und Gedanken. Wie Figuren auf einem Schachbrett stellen sie Handlungsoptionen dar, ohne dass wir nach ihnen handeln müssen. Sie kommen und gehen. Sie sind nicht unser „Ich“: Der Denker ist nicht sein Gedanke, der Fühlende ist nicht sein Gefühl. Ziel ist also ein innerer Abstand zu jenen Gefühlen und Gedanken, der es uns ermöglicht, selbstbestimmt zu handeln und uns nicht starr von ihnen in eine Richtung schubsen zu lassen, die uns nicht guttut.
  3. Walking Your Why: Dies bedeutet, unsere eigenen grundlegenden Werte zu erkennen und sie als Kompass zu nutzen, der die für uns richtige Richtung im Leben anzeigt (unsere Ziele, wenn sie authentisch sind, liegen in genau dieser Richtung).
  4. Moving On (weitergehen, weitermachen): Aus Lebensfallen befreien wir uns am effektivsten durch kleine, aber relativ einfach erreichbare Verbesserungen und Verhaltensänderungen. Und zwar in die Richtung, in die unsere grundlegenden Werte zeigen. So verlieren wir uns nicht in unrealistischen Visionen und Missionen („Evolution statt Revolution“).

Emotionale Agilität in Beziehungen

Es gibt eine Verbindung zwischen unseren Gefühlen und unseren Werten. Wenn wir mit unserem Partner uneinig sind und wegen eines Konfliktes eine starke emotionale Reaktion verspüren, dann sind unsere persönlichen Werte getroffen worden. Das heißt, dass unsere Werte und Gefühle in einer direkten Verbindung miteinander stehen. Diese Verbindung funktioniert in beide Richtungen. Das heißt, wenn wir unsere eigenen Werte gut kennen, dann hat das einen direkten Einfluss auf unsere Gefühle. Wir werden also emotional agil.

Susan David zeigt auf, wie wir besser über unsere Gefühle reden sollen. Anstatt zu sagen „Ich bin traurig,“ sollten wir sagen: „Ich fühle mich traurig“ oder „Ich nehme eine Traurigkeit wahr.“ Mit diesen Sätzen können wir lernen unsere Emotionen zu beeinflussen. Wenn ich sage, dass ich die Emotion bin, dann habe ich deutlich weniger Möglichkeiten, meine Gefühle zu steuern.

Dies führt auch in der Kommunikation mit dem Partner zu einer deutlichen Verbesserung. In der Paartherapie üben die Partner bereits auf “Du-Vorwürfe” zu verzichten. Sie sagen stattdessen: “Ich fühle mich traurig, wenn du dich zurückziehst.” So werden nicht nur Emotionen und Verhaltensweisen voneinander getrennt, sondern auch auf Vorwürfe verzichtet. Susan David sagt: “Ich bin nicht meine Emotion. Ich fühle sie nur.” In der Paartherapie und in Beziehungen kann dies genutzt werden, um dem Partner Reaktionen auf Verhaltensweisen ohne direkte Beschuldigung aufzuzeigen. Da Beschuldigungen nahezu immer als Angriff gewertet werden und damit zur Eskalation führen, ist emotionale Agilität auch in Konfliktsituationen hilfreich und unterstützt die Konfliktlösung.

Was bringt uns emotionale Agilität? 

Studien zeigen: Die umfassende Akzeptanz all unser Emotionen – inklusive der Unangenehmen oder “Schlechten” – ist die Basis für Widerstandsfähigkeit, persönliche Entfaltung und Lebensfreude.

Quellen

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