Wie können Männer emotional aus sich herauskommen?

Mann, bist du ein Eisklotz! Schon mal gehört? Keine Sorge – Männer haben nicht weniger Gefühle als Frauen. Sie zeigen sie bloß anders

Die große, alte Frage: Warum bist du eigentlich so unemotional? Manchmal fällt sogar das nette Wörtchen „gefühlskalt“. Fast jeder Mann kennt diese Frage. Gestellt wird sie meist, na klar, von einer Frau. In der Regel von der eigenen Partnerin. Dann wird kleinlaut rumgedruckst und das Gespräch geht in ein beredetes Schweigen über, das am Ende beide ratlos macht.

„Bin ich“, fragt man(n) sich dann, „verglichen mit den gelegentlichen Gefühlsachterbahnfahrten meiner Partnerin wirklich so emotional-lauwarm?“

Ein Männerbild, das auf Stärke gründet

Natürlich ist das verallgemeinernd. Männer mögen im Schnitt vielleicht weniger emotional als die Damen der Schöpfung sein. Das heißt aber noch lange nicht, dass sie weniger und seichtere Gefühle hätten. Denn emotional sein und Emotionen haben ist nicht dasselbe. Vielmehr prägt unsere Gesellschaft immer noch ein Männerbild, das auf zur Schau gestellter Stärke gründet.

Da passen Gefühle dann irgendwie nicht so gut rein. Warum? Weil Gefühle – größtenteils – unberechenbar sind und weil sie mitunter in engem Kontakt mit tieferen Schichten unserer Persönlichkeit stehen. Solche Schichten nämlich, die wir insgeheim fürchten und ungern an die „Oberfläche“ kommen lassen. Schattenseiten eben, die die eigene „Stärke“ destabilisieren.

Ein Macher mit Tränen im Augenwinkel

Natürlich wurden die alten Rollenvorstellungen längst aufgeweicht. Trotzdem passt es immer noch nicht so recht ins Bild des selbstbewussten Machers, dass er seiner Partnerin auch mal mit Tränen in den Augen gesteht, sich selbst gerade völlig hilf- und ratlos zu fühlen.

Stellt sich die Frage: Muss „Mann“ dann erst alle eigenen Abgründe erforscht haben, bevor er emotional aus sich herauskommen kann? Nein, natürlich nicht! Emotionen sind schließlich das Normalste der Welt und müssen auch gar nicht zwangsläufig in die gefürchtete „Tiefe“ weisen. Sie schwächen uns nicht, sondern stärken uns. Warum? Weil Sie unserem Inneren Ausdruck verleihen und uns wertvolle Hinweise geben, was wir selber eigentlich wollen und brauchen.

Also, was ist nötig, um emotional (mehr) aus sich herauszukommen? Zweierlei: ein offenes inneres Auge und eine Portion Mut.

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