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Verliebt in eine Prostituierte

Lilli: „Ich war gerne eine Liebesdienstleisterin. Und meine Stammkunden wussten meinen Service und meine Diskretion zu schätzen und nur das alleine zählt für mich. Wenn sie am Ende glücklich waren und wieder kamen, war das sehr erfüllend für mich.

Lilli erinnerte sich sogar an ihren ersten Kunden

Ich hatte mit meinem ersten Kunden großes Glück. Es war ein erfahrener Stammkunde einer Kollegin, die an diesem Tag krank war. Mir wurde gesagt, worauf ich zu achten hatte und worauf der Freier stand. Im Grunde war es das, was man von zu Hause kennt, also nichts Außergewöhnliches. Die meisten Wünsche erfüllte ich gerne, und manchmal habe ich mit den Kunden auch geschmust, wenn Sympathie vorhanden war. Ich bediente auch einflussreiche Politiker. Diese waren bei mir aber nicht so, wie man sie aus den Medien kennt. Bei mir zeigten alle ihre menschliche Seite.

Lilli kam zur Prostitution über eine Freundin. Sie selbst studierte soziale Arbeit und wollte sich ein paar Euros dazu verdienen. Sie hatte Glück, wie sie im Interview meinte, denn in dem Club, in dem sie ihren ersten Kunden empfing, wurde aufgepasst und großen Wert auf ein gepflegtes Äußeres gelegt. Sie weiß aus Erzählungen von Kolleginnen aber auch anderes zu berichten. Ihre Kunden waren von bis – alles dabei: Junge, Alte, Schlanke, Korpulente, Arbeiter, Manager, Politiker, Promis, Hartz IV-Empfänger, Reiche, Verheiratete und Singles. Auch durfte sie die erste sein für eine männliche Jungfrau, der von Freunden eingeladen wurde. Sie selbst geht davon aus, dass der soziale Status bei Prostitution keine Rolle spielt, denn jede gesellschaftliche Schicht hat ihrer Meinung nach das Recht auf Selbstbestimmung und käufliche Liebe.

Für sie persönlich war nur der Umgangston wichtig und dass die Männer nicht versuchten, mit ihr über den Preis zu verhandeln. Und sie betont immer wieder, wie glücklich sie mit ihrem Beruf war. Es reizte sie von Mal zu Mal mehr, wie glücklich ihre Kunden waren und wie diese teilweise sogar zu Stammkunden wurden. Was sie aber erschrecken ließ, wie viele Männer es gab, die heimlich zu ihr gingen. Ihr taten die Frauen leid und wenn ein Kunde besonders viel von seiner Frau redete, versuchte sie, es gar nicht zum Verkehr kommen zu lassen, was ihr laut eigenen Angaben fast immer gelang. Und was sie besonders schätzte war, dass die meisten Männer es akzeptierten, wenn sie es ablehnte einen besonderen Wunsch zu erfüllen.

Lilli: „Ich empfand es durchaus als Ehre und es faszinierte mich immer mehr, wie sich Fremde gegenüber einer Fremden, also mir, nach relativ kurzer Zeit öffneten und auch emotional fallen lassen konnten. Manche von ihnen gaben sogar an, dass sie sich nicht trauen würden, solche Gespräche mit der eigenen Ehefrau zu führen. Das war mir dann sogar manchmal etwas unangenehm.“

Ihren Freund lernte sie während des Studiums kennen, welches sie bald wieder aufnehmen wird. Ihr Freund weiß von ihrer Vergangenheit und respektiert das. Ihre Kinder werden bald 3 (es sind Zwillinge) und kommen somit in die Kita, was für sie heißt, dass ihre Studienzeit endlich wird und sie danach einer geregelten Tätigkeit nachgehen kann. Sie bereut ihre Vergangenheit kein Stück. Mit einigen Kolleginnen ist sie heute immer noch befreundet.

Und auch Holger bereut seinen Besuch im Bordell nicht. Holger: „Warum auch? So habe ich Chanti kennen gelernt und wer weiß, vielleicht wird das ja auch irgendwann noch mal die ganz große Liebe.“

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Über den Autor/die Autorin

Leonard Anders

Im Jahr 2015 wurde bei Leonard Anders eine narzisstische Persönlichkeitsstörung diagnostiziert. Kurz nach seiner mittleren Reife hatte er seinen ersten Zusammenbruch und mit ihm begann eine wahre Odyssee. Er war fast ein Jahr durchweg in der Psychiatrie, überlebte drei Suizidversuche, war obdachlos und kämpfte sich von ganz unten wieder nach oben. Nach erfolgreicher Aufarbeitung seiner verletzten inneren Kindanteile arbeitet Leonard Anders heute als Coach und Lebensberater und hilft Menschen dabei, ihre Glaubenssätze und Trigger aufzulösen.