Über Gefühle reden

Warum uns über Gefühle reden keine Angst bereiten muss. Wie es geht, erklärt Gastautorin Juli Stockheim von Fail in Love Nights.

Über Gefühle reden Schmerz wird Kraft

An einem rauen Novembertag nach meiner Trennung saß ich in Köln in der Straßenbahn und sah die Gesichter um mich herum an. Manche schauten grimmig, manche ausdruckslos, manche sorgenvoll. “Was wohl gerade in ihren Leben passiert? Ob in diesem Wagon noch jemand sitzt, der gerade eine Trennung verarbeitet?”, dachte ich. Wie gerne würde ich mich mit jemanden unterhalten, der gerade das gleich durchmacht! Geteiltes Leid ist schließlich halbes Leid. Und der Austausch mit anderen trägt nicht selten dazu bei, verengte Gedankengänge zu öffnen.

Das gilt übrigens besonders für einen humorvollen Austausch. Humor ist nämlich eine unglaublich vielseitige Kommunikationsart, weshalb es sogar einen eigenen Forschungszweig dazu gibt: die Gelotologie, die auch Lachforschung genannt wird. Michael Titze ist ein Pionier der Gelotologie. Seinen Untersuchungen zufolge wird kontrolliertes Denken unterbrochen, wenn wir lachen. Ein guter Witz überrascht und stellt festgefahrene Verhaltensmuster in Frage. Und wenn etwas lustig erzählt wird, ist man auch eher bereit, neue Informationen aufzunehmen. Gemeinsames Lachen kann befreien, erleichtern und zusammenschweißen. Deswegen sollten wir unbedingt auch mehr miteinander lachen.

Nachdem ich an diesem einen Novembertag aus der Kölner Straßenbahn ausgestiegen war, kam mir die Idee: es sollte Events geben, bei denen man sich aufrichtig und authentisch über das Scheitern in der Liebe austauscht, gemeinsam lacht und sich selbst und andere besser verstehen lernt. Was ich damals nur dachte, habe ich drei Monate später gegründet: schau doch mal bei den FAIL IN LOVE NIGHTS – Stories vom Scheitern vorbei.

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