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Raus aus der Body-Shaming Falle

Das Phänomen Body-Shaming: Selten haben sich Menschen mehr mit vermeintlichen Schönheitsidealen, ihrem Körper und den Körpern anderer Menschen beschäftigt als in Zeiten von Social Media, GNTM & Co. Ein Plädoyer für eine Veränderung von Body Image und Selbstwertgefühl

Nun hat es sogar die Models erwischt – die sozialen Medien sind voll von Body-Shaming Attacken gegen diese Spezies. Es geht um vermeintlich unzureichende Idealmaße oder ein paar Gramm zu viel nach der Babypause. Irgendwie Ironie des Schicksals. Denn über Dekaden hechelten Frauen genau den Idealvorstellungen körperlicher Schönheit hinterher, die diese Spezies verkörperte – und die dummerweise nur einer kleinen Gruppe Auserwählter vorbehalten waren. Doch in Zeiten von Photoshop und Airbrush kann mittlerweile kein echter Mensch aus Fleisch und Blut mehr an heutige Idealvorstellungen körperlicher Schönheit heranreichen.

Minderwertigkeitskomplexe in der Männerwelt

Auch Männer nicht. Denn waren Selbstzweifel aufgrund unerreichter körperlicher Ideale lange Zeit zweifelhaftes Privileg von Frauen, leiden heutzutage auch Männer unter daraus resultierenden Minderwertigkeitskomplexen. Hier ist eher ein „zu wenig“ als „zu viel“ das Problem – angesichts angst- und neidvoll beäugter Six-Packs und überzüchteter Bizeps in Werbung und Medien.

Body-Shaming und Selbstzweifel

Um die Komplexität und Absurdität dieses Themas zu verdeutlichen, ist an dieser Stelle eine kurze Erläuterung nötig. Der Begriff Body-Shaming wird definiert mit „Shaming someone for their body type“, bezeichnet also eine Handlung gegenüber anderen. Wahrscheinliche Ursachen für dieses Phänomen sind Neid sowie Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper. Eingeimpft wird den Menschen dieser Selbstzweifel am eigenen „Body Image“ von den Medien und einer ganzen Industrie, welche mit derartigen Minderwertigkeitskomplexen enorme Profite macht.

Mediale Botschaften zur körperlichen Erscheinung

So werden Frauen heutzutage täglich mit 400 bis 600 Werbeanzeigen konfrontiert, jede 11. davon beinhaltet eindeutige Botschaften über weibliche Schönheitsideale. Mit 60 Jahren hat eine Frau dann unglaubliche 6 Millionen dieser Botschaften erhalten. Kein Wunder also, dass unzählige Frauen – und mittlerweile auch nicht wenige Männer – ihren Selbstwert über ihren Körper definieren. Bei Frauen kommt noch verstärkend hinzu, dass ihnen über Jahrhunderte hinweg eingebläut wurde, ihr Wert hinge von Ihrem Äußeren ab, welches deswegen ihr größtes Gut sei. Und wer würde leugnen wollen, dass heutzutage körperliche Attribute wie schlank, sportlich oder faltenlos geschlechterübergreifend mit Selbstdisziplin, Erfolg und Reichtum in Verbindung gebracht werden?

Mit vereinten Kräften das kollektive Selbstwertgefühl stärken

Da kann ein Mann noch so oft betonen, wie toll seiner Liebsten das neue Kleid steht und dass er ihre Rundungen sexy findet. So lange die unrealistischen (und manchmal sogar ziemlich ungesunden) Schönheitsideale gesellschaftlicher Konsens sind, wird er es schwer haben. Aber es ist ein Anfang – vorausgesetzt, er meint es ehrlich. Und vielleicht ist es auch eine Chance, dass nun Männer wie Frauen mit ihrer körperlichen Erscheinung und daraus resultierender Minderwertigkeitskomplexe hadern. Vielleicht gelingt es jetzt gemeinsam, absurde Schönheitsideale zu demontieren und das kollektive Selbstwertgefühl zu stärken. Und auf diese Weise Body-Shaming den Wind aus den Segeln zu nehmen.

Das Netz schlägt zurück und weht sich gegen Body-Shaming

Schützenhilfe leisten ihnen dabei die sozialen Medien und die Eingangs erwähnten Models und andere öffentlich diffamierte Persönlichkeiten. Denn die wehren sich mittlerweile zu Hauf und verkünden via Instagram, Facebook und Youtube, dass sie die irren Anfeindungen an sich abperlen lassen werden. Unterstützt werden sie dabei von einer wachsenden Zahl an Internet-Usern, die diese Statements zu viralen Hits machen. Genauso wie die sich mehrenden Kampagnen gegen Body-Shaming, die im Netz kursieren und von den Medien aufgegriffen werden. So erfolgreich, dass auch die Industrie schon auf diesen Karren aufgesprungen ist – aber vielleicht hat das dieses Mal ja sogar etwas Gutes.

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Über den Autor/die Autorin

Kirsten Schwieger

Kirsten Schwieger ist freiberufliche Journalistin und findet, dass auch Mutterliebe die Hormone ganz schön zum Tanzen bringt.