4 Gründe, warum ich so gerne Hochzeitsfotografin bin

Über das Glück, Hochzeiten fotografieren zu dürfen. Kathrin Stahl zeigt die anderen, ganz persönlichen Momente von Brautpaaren

Und wenn jemand nach dem Foto fragte, könnte man immer erkären, warum das Bild mehr ist, als die Abbildung der Dinge.

Thees Ullmann in „Sophia, der Tod und ich“.

Diesen Satz las ich vor kurzem und ich möchte ihn nie wieder loslassen. Er fasst zusammen, warum es tatsächlich möglich ist, das zu erreichen, was ich in meinem Beruf, meiner Berufung, als Fotografin möchte: Menschen, Euch, mit Fotos glücklich machen. 

Eure Bilder sollen nicht nur künstlerisch sein und Euch für immer an einen ganz besonderen Moment in Eurem Leben erinnern. Jedes einzelne soll mehr erzählen, als zu sehen ist: die Geschichte und die Gefühle dahinter.

Sie wird nie wieder allein sein!

Hochzeitsmomente 1 Kathrin Stahl
Ein einziger Moment kann den Zauber eines ganzen Tages einfangen.

Ein Foto einer Braut mit Ballon in der Abendsonne zeigt nicht nur eine Frau in toller Lichtstimmung. Die Braut wird sich beim Ansehen des Fotos für immer auch daran erinnern, wie schön sie war an diesem Tag, wie geliebt. Wie die Sonne ihre Haut wärmte. Wie ihr Mann, dem sie vor wenigen Stunden das Ja-Wort gegeben hat, sie eben noch geküsst hat. An die kühlende Wohltat des Grases unter ihren schmerzenden Füßen. An die Gäste, zu denen sie in dem Moment zurück ging, die sie in der Ferne schon lachen und reden und Spaß haben hörte: das war IHR Tag, der Tag ihrer Liebe. Ein kleiner großer Ausschnitt dieses Tages festgehalten. In einem einzigen Foto.

Ein Moment einer Hochzeit. Und was für einer!

Kurz bevor er seine Braut an am tag der Trauung zum ersten Mal sah.
Kurz bevor er seine Braut an am Tag der Trauung zum ersten Mal sah.
Es war der Moment kurz bevor er die Tür des Hotelzimmers öffnete, um seine Braut zum ersten Mal an diesem großen Tag zu sehen. Kurz zuvor hatte er noch an seiner Rede für den Abend gefeilt. Gäbe es dieses Foto nicht – woran würde der Bräutigam sich erinnern? An die Schweißtropfen auf seiner Stirn, die stärkende Hand seines Trauzeugen auf seiner Schulter? Wie war wohl der Augenblick, als er dieses Foto gemeinsam mit seiner Liebsten zum ersten mal sah? Er wird ihr von seiner wahnsinnigen Aufregung bereits erzählt haben. Nun endlich konnte er sie auch mit ihr teilen.

Ein schöner Sommerabend, ein verliebtes Paar. Und dahinter eine ganze Geschichte.

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Die Ruhe vor dem Sturm. Ein Moment der Ruhe im Trubel der Vorbereitungen.

Diese zwei, die ich an einem warmen Abend in schönster Sommersonne fotografieren durfte, werden nicht nur ihre Liebe wieder und wieder spüren, wenn sie an diesem Foto, das vielleicht als großer Druck an ihrer Wand Zuhause hängt, vorbei laufen. Sie werden sich auch daran erinnern, wie aufregend die Zeit vor ihrer Hochzeit war. All die Planungen, das Entwerfen der Papeterie, die Entscheidung für all die Dinge, die ihre Hochzeit zu ihrem Traumtag werden lassen sollten. Ihr Love Shoot war Teil dieser Zeit. Es waren zwei Stunden, in denen sie ein wenig Zeit nur für sich hatten, sich genießen konnten im Trubel der Vorbereitungen.

Ein Boudoir-Foto einer Frau auf einem Bett. Woran denkt sie?

Vielleicht denkt sie gerade an ihren Liebsten.
Vielleicht denkt sie gerade an ihren Liebsten.

Wenn sie nun – ein paar Wochen später – dieses Bild ansieht, wird sie sich auch an das Davor und Danach erinnern. An die Vorbereitungen, die Auswahl der Dessous, ihre Aufgeregtheit vor dem Shooting, die Stunde, den ersten Blick in den Spiegel, nachdem die Stylistin gegangen war. An das Lachen und Träumen und die schöne Musik. An den Moment, in dem sie ihre Bilder zum ersten mal sah und an das Glück, das sie empfand: “Das bin ja ich! Und ich bin schön!” Ihre Schönheit und ihr inneres Strahlen festgehalten für immer.

Wenn ich kurz innehalte und mir überlege, was Fotos bedeuten im Leben der Menschen für die ich sie machen darf, wird mir immer wieder bewusst, wie sehr Fotografin zu sein mein Traumjob ist. Danke!
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