Wie Sie Ihre Wut meistern können

Das offene Herz

Wer wütend ist, fühlt sich verletzt oder ohnmächtig, weil ein anderer die eigenen Grenzen übertreten hat. Wenn wir den Schmerz fühlen können, der hinter dem Ärger liegt, und ihn annehmen, kann er sich auflösen und verschwinden. Die Königsdisziplin ist natürlich, diesen Schmerz, diese Verletzlichkeit auch dem Partner zu zeigen. Das zeugt nicht nur von großer Stärke, sondern erleichtert es dem Gegenüber, sich mit uns zu verbinden, anstatt gekränkt zuzumachen.

Wer seine Wut verdrängt, schneidet sich von seiner eigenen Energie ab. Mitgefühl mit sich selbst zu haben, macht diese Kraft wieder zugänglich und verhindert auch, dass aufgestauter Ärger zu waschechtem Hass oder schierer Aggression wird. Letztere können einer Partnerschaft sehr zu schaffen machen und ihr die liebevolle Grundlage entziehen. Nur wie bleibt das Herz offen?

Entspannen lernen

Die Theorie ist wesentlich einfacher als die Praxis, denn Wut macht buchstäblich rasend, setzt uns manchmal Scheuklappen auf und boykottiert jegliche Kompromissbereitschaft. Umso wichtiger, funktionierendes Handwerkszeug dabei zu haben, um sich der Wut nicht blind ergeben zu müssen.

Akut kann eine einfache Meditation helfen, wieder bei sich anzukommen. Es kann schon ausreichen, einige Minuten ganz konzentriert tief in den Bauch zu atmen, wo sich der Ärger verbarrikadiert hat. Atmen Sie dazu mindestens 10 Sekunden lang aus, um sprichwörtlich „Dampf“ abzulassen. Oder ballen Sie die Hände zu Fäusten und drücken Sie mehrmals kräftig zu, um die Energie abzuleiten.

Wenn der Vorfall, der Sie wütend gemacht hat, schon etwas zurückliegt, hilft natürlich auch Sport, um den Kopf frei zu kriegen. In einer ruhigen Minute lohnt sich auch, genau hinzusehen: Liegen meiner Wut andere Gefühle zugrunde, die ich nicht sehen will? Angst, Hilflosigkeit oder Trauer zum Beispiel? Achtsam alles anzuschauen kann helfen, sich selbst und die Situation besser zu verstehen. Und die Motivation des Partners zu erkennen, erleichtert es, auch ihm mit Mitgefühl zu begegnen – und trotzdem zu sagen, was sich ändern sollte.


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