Seitensprung: Gestehen oder verschweigen?

Nur wenn ich mich mit meinen inneren Dämonen auseinandersetze, kann ich aus schmerzhaften Erfahrungen ein wenig lernen. Es macht mich nicht automatisch zum besseren Menschen, aber es hilft mir, mich zu öffnen. Ich hätte mir sehr viel Stress in früheren Beziehungen ersparen können, wenn ich kritischer mit meinen Erwartungen umgegangen wäre. Ich habe jahrelang all meine Ängste, Sehnsüchte und Hoffnungen auf die jeweilige Partnerin unbewusst projiziert. Sobald ich aus dem traumhaften Hormonrausch erwachte, erkannte ich die ersten Risse in diesem neuen Zuhause ohne solides Fundament.

Auf der Suche nach ständiger Aufmerksamkeit

Ich wünsche mir, endlich zur Ruhe zu kommen. Mich nur noch auf einen Menschen zu konzentrieren, weil ich endlich verstanden habe, dass es „Mrs Perfect“ nicht gibt. Es hilft mir nicht weiter, noch mehr Energie in einer ewigen und sinnlosen Suche zu investieren.

Im Nachhinein weiß ich, dass diese Frau auf der Suche nach ständiger Aufmerksamkeit und Bestätigung war. Ich war gefangen in einer perversen Spirale von negativen Emotionen. Ich hoffe, dass ich heute den Mut hätte, einfach einen Schritt zur Seite zu gehen, um mich zu schützen. Verständnis zeigen, weil der Andere auf seine eigene Art leidet und in dem Augenblick sein Selbstwertgefühl genauso gering wie meins ist. Es gibt Menschen, die nach außen selbstbewusst und sicher auftreten, nur um von ihrer inneren Zerrissenheit abzulenken.

Jahrelang haben mich folgende Fragen nicht losgelassen: Bin ich es wert, geliebt zu werden? Werde ich diese Gefühle für meine Partnerin ewig empfinden? Hätte ich mich nicht dauernd damit gequält, gäbe es rückblickend vielleicht keinen Grund für meine Untreue. Vor zwei Jahren erlebte ich das Thema aus der Perspektive des „Opfers“. Wenn man plötzlich unter akutem Herzschmerz leidet, sucht man oft die Schuld bei sich. Ich habe mehrmals diesen fatalen Fehler gemacht und nach Liebe gebettelt, obwohl nichts mehr zu retten war.


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