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Liebe ist wichtiger als ein Trauschein

Katharina macht vor niemanden einen Hehl daraus, dass sie sich um etwas betrogen fühlt, dass sie sich wie eine Frau zweiter Klasse vorkommt, weil sie nicht amtlich Philips Frau ist. „Seine Frau, das ist seine erste Frau. Ich fühle mich wie seine Mätresse“, sagt sie verbittert.

Wie sehr ihr die Sache unter die Haut geht, so dass sie keine Scheu hat, dieses private Problem schonungslos an die Öffentlichkeit zu tragen, merkt man an dieser Begebenheit. „Kommt Ihr Mann mit zur Eigentümerversammlung?“, hat sie unlängst eine Nachbarin im Hausflur gefragt. Katharina und Philip haben eine Wohnung zusammen gekauft, eigentlich auch eine amtliche Option für die Zukunft, doch sie reicht Katharina nicht. Sie will einen Trauschein, ein Hochzeitskleid, eine Feier.
Sie gibt der Nachbarin pampig zurück: „Das ist mein Freund, nicht mein Mann.“

Diese Reaktion spricht sich natürlich herum, sie wird Philip zugetragen. „Na, bei Ihnen hängt der Haussegen mächtig schief, es sollten wohl bald die Hochzeitsglocken läuten, damit Ruhe im Karton ist“, hat die Nachbarin zu ihm gesagt. Sie ist eine Klatschtante, aber sie hat es gut gemeint mit den „jungen Leuten“; Katharina ist 41 und Philip 43 Jahre alt. Sie gehört zu der Generation, für die die Ehe zwingend dazu gehört, wenn man sich liebt.

Die Ehefrage gefährdet die Beziehung

Diese Geschichte war Anlass für eine Auseinandersetzung, wie sie das Paar noch nie erlebt hat. Philip ist an die Decke gegangen. „Das ist eine Kampfansage, Katharina, das geht doch niemanden etwas an, wie wir unsere Liebe leben“, hat er seine Partnerin angeschrien und war selbst erschrocken über sich. Das war das erste Mal, dass er derart aus der Haut gefahren ist, dass er laut geworden ist. Es war auch das erste Mal, dass er an der Unerschütterlichkeit der Beziehung gezweifelt hat. „Ich habe mich gefragt, wer Katharina eigentlich ist, dass sie uns auf diese Weise herabwürdigt vor irgendeiner Nachbarin. Ich fand das primitiv.“

„Doch, es geht jeden etwas an“, hat Katharina trotzig pariert. „Eine wahre Liebe ist nicht privat, es hängt etwas dran, sie hängt höher. Das ist doch der Grund, warum Menschen heiraten. Sie zeigen vor Gott und der Welt, dass sie es ernst meinen. Eine Ehe ist der Liebesbeweis schlechthin. Wer die Ehe scheut, der braucht irgendwie insgeheim ein Schlupfloch, um ohne Komplikationen abzuhauen.“
Katharina kommt aus einer konservativen Familie, die fast schon fixe Idee mit der Ehe wird auch dadurch genährt, dass ihre Eltern ständig fragen: Wann ist es soweit? Wann heiratet Ihr?

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Über den Autor/die Autorin

Birgit Ehrenberg, geboren 1962, ist Journalistin und studierte Philosophin. Sie begleitet und unterstützt Menschen mit ihrer Expertise in existenziellen Fragen zur Liebe und ist seit vielen Jahren erfolgreiche Autorin zum Thema. Auf beziehungsweise führt die Liebesforscherin mit Paarberater Eric Hegmann regelmäßig Gespräche über das Wesen der Liebe.