Verstehen Sie Emoticon?

Die Liebe in digitalen Zeiten hat ihre eigene Schriftsprache. Und unser Gehirn versteht sie intuitiv

Punkt, Punkt, Komma, Strich… Was schon seit Jahrzehnten eine akkurate Anleitung für ein künstlerisch korrektes Mondgesicht ist, hat im 21. Jahrhundert wieder eine ganz neue Bedeutung bekommen. Stichwort: Emoticon.

Kaum eine Kurznachricht oder Facebook-Kommentierung kommen mehr ohne das Sonderzeichen-Gewusel aus, das dem Leser zweifelsfrei die Gemütslage des Verfassers vor Augen führt. Ob und wie viele lachende, weinende, die Zunge herausstreckende oder zwinkernde Zeichengesichter man selbst in seine Kommunikation einbauen mag, hängt sicherlich vom persönlichen Geschmack ab.

Fakt ist aber: Emoticons kommen an im Hirn des Lesenden. Wie eine australische Studie zeigt, verarbeitet unser Gehirn das : – ) nicht einzeln (erst den Doppelpunkt, dann den Spiegelstrich) sondern auf einen Schlag als lachendes Gesicht. Und das auch in dem für Gesichtserkennung vorgesehenen Areal. Der endgültige Beweis dafür, dass das Internet unser Gehirn (auf jeden Fall das der jüngeren Generation) verändert hat.

Der Klassiker Smiley kommt also auf jeden Fall an – und wenn wir alle ab sofort nur oft genug unseren Liebsten ein <3 schicken, gehört vielleicht auch dieses Emoticon bald zum Standardrepertoire unseres Gehirns.

Was schnell beginnt, kann genauso schnell auch enden

Nicht nur Emoticons beschleunigen, auch Schluss machen geht jetzt noch schneller: denn es gibt eine App für trennungswillige Smartphone-Besitzer. Mit BreakupText ist in wenigen Klicks die Trennung vollzogen.

Mit der App Breakuptext ist Schlussmachen so einfach wie das Kennenlernen via Tinder
Mit der App Breakuptext ist Schlussmachen digital kinderleicht

Die Anwendung beschränkt sich auf das Wesentliche: Wer soll abserviert werden? Männlein oder Weiblein? War’s ein unverbindliches Techtelmechtel oder die große Liebe? Schnell noch einen Trennungsgrund auswählen und los geht’s. Zur Wahl stehen die Klassiker „Interesse verloren“ und „Jemand anders getroffen“, aber auch eine Variante für Kreative, Biologiestudenten im Feldversuch und Entschlossene, die definitiv kein Zurück wünschen:

„Ich wurde von einem Bären gefressen“.

Da steht es dann. Schwarz auf weiß. Oder vielmehr blau auf weiß. Die Weiterentwicklung der ultimativen Schulausrede „Der Hund hat meine Hausaufgaben gefressen“. Und eins ist klar – jede Beziehung, die so beendet wird, ist definitiv aus und vorbei. Für immer.

Den Untergang des Abendlandes und der Menschlichkeit muss man auf Grund dieser neuen, recht geschmacklosen App aber nicht befürchten. Tatsächlich enden die meisten Beziehungen doch noch mehr oder weniger human in einem persönlichen Gespräch (52%). Und trotzdem hat der ein oder andere doch schon den digitalen Laufpass per SMS (8%) über ein soziales Netzwerk (1%) oder via Instant Message / Chat (1%) bekommen (Umfrage unter 700 PARSHIP-Mitgliedern im Januar 2013).

Tendenz steigend? Wir werden sehen…

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