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Feministinnen finden alles sexistisch?

Wunderbar, aber schwach

Auf den ersten Blick erscheint dieses Verhalten freundlich, harmlos und unproblematisch. Hilfestellungen und Schutzangebote sind eigentlich positive Gesten. Solche Verhaltensweisen müssen auch nicht immer sexistisch motiviert sein, sie können auch einfach nett gemeint sein. Sie werden erst dann sexistisch, wenn sie nur für ein Geschlecht gelten und es nicht erwünscht wird, wenn sich Frauen in gleicher Art und Weise verhalten. Auch positive Zuschreibungen und Komplimente sind erst dann problematisch, wenn sie einseitig sind und nur für Frauen gelten.

Forschungen haben gezeigt, dass die positiven „wärmebezogenen“ Zuschreibungen nicht mit positiven „kompetenzbezogenen“ Zuschreibungen (z.B. intelligent, eigenständig) einhergehen. Frauen werden zwar als wunderbar charakterisiert, aber auch als schwach und schutzbedürftig. Mit der heterosexuellen Intimität wird das Konzept der heterosexuellen Liebe idealisiert und als das begehrenswerteste Ziel eines Menschen dargestellt. Die Frau wird als schmückendes Accessoire stilisiert, welches ein erfolgreicher Mann für ein erfülltes Leben haben sollte. Gleichgeschlechtliche Liebe hat gar keinen Platz. Das ist für mich als bisexuelle Frau, die sich auch als Single als vollständig und erfolgreich empfindet, ein Unding.

Der Schlüssel für (fast) alles: Miteinander sprechen

Die Männer, mit denen ich über meine sexistischen Erlebnisse und Sexismus allgemein spreche, können es oft nicht fassen, dass sowas wirklich noch passiert (sie können es ja selbst nicht erleben) und finden es ebenso wie ich unmöglich.

Auch ich war mir dieser Tatsache sehr lange nicht bewusst, dass die beschriebenen Formen Sexismus sind und negative Folgen haben. Ich glaube, dass – bevor wir uns alle wild an den Kopf werfen, dass etwas sexistisch oder eben nicht sexistisch war – wir uns ohne Kampfmodus zusammensetzen und einander zuhören sollten und in Ruhe das Erlebte zu reflektieren. Sexismus ist, wenn wir in stereotype Bilder zurückfallen, darüber was wir glauben, was männlich und weiblich ist. Was Frauen können und sollen und was Männer können und sollen.

Sexismus kann uns überall begegnen, im Job, in den Medien oder auf der Straße. Kinder und Jugendliche bekommen so von Anfang an eine dominierende Männerstruktur vorgelegt. Jungen und Männern wird vorgegeben stark, emotionslos und beschützerisch zu sein. Alle diese Dinge kann man unter sexistische Strukturen einordnen. Aber: Männer dürfen weinen und Frauen können stark sein. Und nur gemeinsam können wir dem ein Ende setzen, in dem wir uns auf Augenhöhe begegnen.

Für alle, die sich weiter mit dem Thema beschäftigen wollen, empfehle ich Folgendes:

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Über den Autor/die Autorin

Melina Seiler

Nachdem sie immer wieder von anderen so genannt wurde, bezeichnet sich Melina Seiler jetzt selbst als „Sexfluencerin des Vertrauens“ oder in seriös als sexpositive, intersektionale Feministin, Journalistin, Autorin, Speakerin, Podcasterin und Kolumnistin. Sie schreibt und spricht zu Feminismus (insbesondere zu Sexualität & Schönheitsidealen), LGBTQIA+ sowie zu Diversität und Diskriminierung allgemein. In ihrer Kolumne „Date mit einer Feministin“ schreibt sie für beziehungsweise über Vorurteile und Klischees, die über Feministinnen kursieren und erklärt was es mit dem Feminismus wirklich auf sich hat. Melina hat einen Bachelor of Arts in „Journalismus und Unternehmenskommunikation“. Aktuell absolviert sie ihr letztes Semester im Master „Journalistik und Kommunikationswissenschaft“ an der Uni Hamburg. Ihr Master Arbeit behandelt – wie soll es auch anders sein – die Frage, wie feministisch der Journalismus sein darf oder sogar sein muss. Mehr von Melina kann man in ihren Büchern „Was ich mal sagen wollte“, „LIEBEN & LEIDEN“ und „Kopf. Stein. Pflaster.“ lesen oder in ihrem Podcast „Gedanken einer Sexfluencerin“ hören.