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Feministinnen finden alles sexistisch?

Ein beliebtes Vorurteil über Feministinnen ist, dass sie alles sexistisch finden. Auch unserer Kolumnisten Melina wurde schon öfter gesagt, dass man nicht mehr wisse, was man (ihr gegenüber) überhaupt noch sagen dürfe. Sie erklärt uns ihre Sicht der Dinge

Das Problem an der ganzen Sache ist meiner Meinung nach, ein Missverständnis oder Unwissen darüber, was Sexismus überhaupt ist. Viele Männer, aber auch Frauen fragen: Hat Deutschland immer noch ein Sexismusproblem? Hier werden dann Väter in Elternzeit, Angela Merkel als Kanzlerin und beruflich erfolgreiche Frauen als „Argumente“ vorgeschoben. Dazu lässt sich sagen: ja, es gibt mehr Männer als früher, die in Elternzeit gehen, aber es sind immer noch deutlich weniger Männer als Frauen und dann im Schnitt viel kürzer. Zudem machen Frauen „im gebärfähigen Alter“ häufig die Erfahrung, dass sie auf dem Arbeitsmarkt diskriminiert werden, indem sie nach ihrer Familienplanung gefragt werden. Damit wird assoziiert, dass sie erstmal gar nicht oder weniger arbeiten. Ein Mann, der das gefragt wird, sollte eher die Ausnahme als die Regel sein. Zum Stichwort Angela Merkel lässt sich sagen, dass sie die erste Frau in dieser Position ist. Grundsätzlich sind aber deutlich weniger Frauen im Parlament und in hochrangigen politischen Positionen. Und erfolgreiche Frauen in der Wirtschaft? Ja, zum Glück gibt es da jetzt einige, die aber mit vielen Hürden kämpfen mussten. Zahlen belegen, dass noch immer deutlich weniger Führungspositionen von Frauen besetzt sind.

Sexistische Einstellungen halten strukturelle Benachteiligung aufrecht

Wir merken, das alles sind keine wirklich guten Argumente. Das sind drei Beispiele, die Ungleichheit zwischen Frauen und Männern belegen. Schon in meinem letzten Kolumnentext „Jeden Tag ein Protest?“ bin ich auf die Gründe eingegangen, warum echte Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern noch nicht erreicht ist. Durch Verbreitung sexistischer Einstellungen können solche strukturellen Benachteiligungen aufrechterhalten werden, um die Privilegien einer Gruppe (in diesem Fall der Männer) zu schützen. Das äußert sich unterschiedlich.

Das Problem ist meiner Meinung nach, dass wenn wir über Sexismus sprechen, viele oft nur an die klassischen sehr offenen Formen von Sexismus denken.

Traditioneller bzw. offener Sexismus meint die stereotypkonforme Betonung von Geschlechtsunterschieden, glaubt an eine Minderwertigkeit von Frauen (relativ zu Männern) und befürwortet herkömmliche Geschlechterrollen. Dem ganzen liegt Misogynie/Frauenhass bzw. -feindlichkeit zugrunde. Diese Form des Sexismus ist in der Regel gut zu erkennen und wird auch von den meisten Menschen abgelehnt. Diese Sexismus-Form ist in westlichen Ländern daher nicht mehr so stark verbreitet.

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Über den Autor/die Autorin

Melina Seiler

Nachdem sie immer wieder von anderen so genannt wurde, bezeichnet sich Melina Seiler jetzt selbst als „Sexfluencerin des Vertrauens“ oder in seriös als sexpositive, intersektionale Feministin, Journalistin, Autorin, Speakerin, Podcasterin und Kolumnistin. Sie schreibt und spricht zu Feminismus (insbesondere zu Sexualität & Schönheitsidealen), LGBTQIA+ sowie zu Diversität und Diskriminierung allgemein. In ihrer Kolumne „Date mit einer Feministin“ schreibt sie für beziehungsweise über Vorurteile und Klischees, die über Feministinnen kursieren und erklärt was es mit dem Feminismus wirklich auf sich hat. Melina hat einen Bachelor of Arts in „Journalismus und Unternehmenskommunikation“. Aktuell absolviert sie ihr letztes Semester im Master „Journalistik und Kommunikationswissenschaft“ an der Uni Hamburg. Ihr Master Arbeit behandelt – wie soll es auch anders sein – die Frage, wie feministisch der Journalismus sein darf oder sogar sein muss. Mehr von Melina kann man in ihren Büchern „Was ich mal sagen wollte“, „LIEBEN & LEIDEN“ und „Kopf. Stein. Pflaster.“ lesen oder in ihrem Podcast „Gedanken einer Sexfluencerin“ hören.