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Einsam in der Zweisamkeit

Eine Frage der Priorität

Oben angekommen überlege ich, wie es dazu kommen konnte. Ich versuche es mit rationaler Analytik. Ich bin allein. Das ist ein Fakt. An einem Abend, der eigentlich meiner Beziehung gewidmet werden sollte. Ich bin allein, weil mich mein Freund sitzen gelassen hat. Das ist ebenfalls ein Fakt. Weil du um die Häuser ziehen willst, statt mit mir zusammen zu sein. Das ist dir ganz offenbar wichtiger. Mich ärgert, dass du einen Abend mit mir als „Nix Besonderes“ beschrieben und dich schon am Telefon entschieden hast. Du wusstest schon, was du tun würdest, bevor du mit mir gesprochen hat. Das gibt mir noch mehr das Gefühl, zweite Wahl zu sein. Eine Pflicht, die man erledigen muss. Um die Alte zufrieden zu stellen. Ich werde wütend. Rasend sogar. Was glaubst du eigentlich, wer ich bin? Ich will etwas Besonderes für dich sein, deine erste Wahl. Ich bin die Frau, mit der du dein Leben teilst, verdammt!

Ich fühle mich einsam und unverstanden

Die Stunden vergehen und ich grübele immer noch. Ich bin zu der Erkenntnis gekommen, dass ich mich schon lange unverstanden und einsam in der Beziehung fühle. Zu oft komme ich abends heim und du bist nicht da. Kein Zettel. Keine Erklärung. Kein Wort. Du siehst nicht, dass ich ein Teil deines Lebens sein will und es brauche, so behandelt zu werden. Du hingegen brauchst deine Freiheiten, dich engt es ein, dich erklären zu müssen. Aber mich verletzt es, nichts erklärt zu bekommen. Das ist eine unlösbare Situation. Vielleicht habe ich zu hohe Erwartungen an dich. Du kannst dich nicht in meine Position hinein versetzen. Und ich mich nicht in deine. Vielleicht verbiegen wir uns beide zu sehr. Mir tut das alles mehr weh, als dass ich noch glücklich bin. Manchmal sitze ich neben dir, während du voller Begeisterung Fußball schaust, und denke mir: Wer bist du? Wieso redest du nicht mit mir? Spürst du nicht, dass ich leide? Dass es mich innerlich zerreißt? Dann schaust du mich mit großen Augen an und fragst naiv: „Was ist los?“ Aber eine Sekunde später ist dein Blick wieder auf den Bildschirm gerichtet. Ich kann nicht mehr, sage ich stumm. Das ist los.

Aus der Pärchen-Night wird ein Nightmare

Einige Stunden später starre ich auf die Uhr, die schon weit über Mitternacht anzeigt, und frage mich selbst: Was tue ich hier eigentlich? Sitze wie ein scheues Reh in der Küche rum und warte darauf, dass du nach Hause kommst und ich dir eine Szene machen kann. Das ist doch lächerlich! Meine Lippen schmecken salzig. Wie kann man sich nur so allein fühlen, wenn man doch eigentlich einem Menschen so nah sein sollte? Wegen all dieser Missverständnisse, dem Aneinander-Vorbeireden, den Enttäuschungen. Und die wenigen schönen Momente zwischen uns rinnen mir so durch die Hände, dass ich glaube, sie existieren gar nicht. Oft passieren solche Sachen wie heute, die mir die schönen Augenblicke zerstören. Und was bleibt, ist nur ein fader Beigeschmack.

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Über den Autor/die Autorin

Christiane Spooren

Christiane Spooren (geb. Mieth) liebt es, in Düsseldorf durch die Straßen zu ziehen und Menschen zu beobachten. In ihrem Blog Mieth me! schreibt sie Geschichten über alles, was ihr dabei begegnet, über Menschen und Freundschaften, das Leben und natürlich auch die Liebe.