Beziehungskrisen entschärfen: Mit diesen 12 Fragen klappt’s

Nervt es nicht, seinem Partner Löcher in den Bauch zu fragen? Besonders Männer, dachte Autorin Friederike Schön, finden die Fragerei so nervig wie eine Sommergrippe. Und irrte

Als ich das Buch in den Händen hielt, befiel mich spontanes Misstrauen. „100 Fragen, die Ihre Beziehung retten“ klang außerdem bedrohlich. Nach einigem Blättern dämmerte mir, der Autor, Dr. Peter Wendl, meint die Sache (auch) prophylaktisch. Vorbeugende Fragerei also? Die Sache wurde dadurch nicht besser. Fragen seien Denkanstöße, behauptet der Autor, die eine Beziehung voranbringen, verfahrene Situationen und Entfremdungen auflösen. Aha. Dazu muss ich sagen: Ich selbst bin manchmal schon mit der Frage „Schatz, wie war dein Tag?“ heillos überfordert. In meinem Job gehört Reden zum Tagesgeschäft, da ist mir abends manchmal lieber nach Schweigen. Kochen, Rumliegen, Lesen, die Einzige, die noch mit mir reden darf, ist Julianna Margulies aus The Good Wife. Und die stellt mir keine Fragen.

Außerdem kenne ich den Mann an meiner Seite doch in und auswendig. Wenn er sich aus der Ferne nähert, erkenne ich ihn an seinem Gang, noch bevor meine Augen ihn scharf stellen können. Ich habe seinen Geruch in der Nase, wenn ich an ihn denke. Ich weiß, wie er sein Messer hält (in der Linken, obwohl er eigentlich Rechtshänder ist). Wie er sich die Haare rauft, wenn er sich ärgert, die Stirn reibt, wenn er grübelt. Seinen Blick, wenn er auf mich zu kommt und etwas im Schilde führt – nämlich mir die Finger in die Seite zu bohren und mich zu kitzeln. Seine politische Einstellung, seine Vorliebe für bunte Socken, seine Art, das Leben zu nehmen. Ich kenne seine seidenweichen Seiten und seine scharfen Kanten.

Aber kann ich mir so sicher sein? Wie gut kenne ich ihn wirklich? Wissenschaftler aus verschiedenen Bereichen sagen, dass wir uns ständig verändern, uns in einer ständigen Metamorphose befinden. Biologen haben festgestellt, dass sich allein unser Körper alle sieben bis zehn Jahre rundumerneuert, zumindest auf zellbiologischer Ebene. Wir sind also streng genommen nicht mehr dieselben. Deshalb, sagt Dr. Wendl, müssten wir fragen. Aber nicht auf diese nervige Art im Ton einer Kreissäge – warum kommst du so spät? Musstest du wieder Überstunden schieben, während dein Kollege sich um 17 Uhr davonstiehlt, wolltest du dich nicht mal um den Urlaub kümmern?


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