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Darum brauchen Kinder Tanten und Onkel

„Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind großzuziehen“, so heißt es. Und wieder einmal ist es dieses vielzitierte afrikanische Sprichwort, das uns verdeutlicht: Das Kleinfamilienidyll ist nicht genug. Aber woher nehmen, wenn nicht stehlen? Kinder jedenfalls freuen sich über jede Tante, ob blutsverwandt oder nicht

Kleiner werdende Familienbande

Unsere Eltern sind, wie bei vielen Paaren unserer Generation, schon ziemlich alt oder gar nicht mehr am Leben. Somit ist die Zeit, die unsere Kinder mit ihren Großeltern verbringen könnten, von vornherein begrenzt. Nicht nur, dass sie oft hunderte Kilometer weit weg wohnen, sondern der Betreuung der Enkel sind häufig auch dadurch Grenzen gesetzt, dass die Großeltern physisch, emotional oder kognitiv nicht mehr so belastbar sind und den dreijährigen Wildfang eben nicht mehr jeden Tag aus der Kita abholen oder das Sommerferienprogramm gestalten können. Damit brechen jedoch wichtige, nahe und vertraute Bezugspersonen für unsere Kinder weg, die in der Form außerhalb der Familie nicht ersetzt werden können. Dass dies nicht nur wichtige Versorgungsaspekte aufwirft, sondern auch emotionale Folgen hat, ist uns allen klar, wir wollen uns den damit zusammenhängen Fragen nur allzu oft nicht stellen. Je weniger Großeltern zur Verfügung stehen, z.B. um Hilfeleistungen für die berufstätigen Kinder zu übernehmen oder auch als Vermittler von Wissen und Fähigkeiten zu fungieren, desto mehr rücken andere verwandtschaftliche Beziehungen in den Vordergrund. Allerdings ist auch hier im Zuge des demographischen Wandels eine quantitative Abnahme dieser so bezeichneten Seitenverwandtschaft (1) zu verzeichnen. Wo es keine Geschwister gibt, gibt es natürlich später auch keine Tanten und Onkel oder auch keine Cousins und Cousinen. Und das ist wirklich sehr, sehr schade. Denn mangelnde Opportunitäten sind nicht mit einem Bedeutungsverlust gleichzusetzen und möglicherweise ist in einer Gesellschaft abnehmender familiärer Strukturen genau das Gegenteil der Fall (2).

Unsere zweiten Eltern

Wenn man mir früher als Kind sagte, dass ich das Wochenende bei meiner Tante und meinem Onkel verbringen würde, begann ich sofort, Pläne zu schmieden und sammelte innerlich Themen, die ich unbedingt mit meiner Tante besprechen wollte. Sie war Vertraute und Komplizin, Spielkameradin und Geheimnisbewahrerin. Der Alltag lief bei ihr anders und doch vieles auf vertraute Weise gleich. Man durfte mehr und dennoch wusste man, dass man sich nicht alles erlauben darf. Tante und Onkel waren irgendetwas zwischen zweiten Eltern und besten Freunden und in jedem Fall wichtige Bezugspersonen. Tanten wissen oft mehr von ihren Nichten als die eigenen Eltern und es gibt wohl keinen besseren erwachsenen Spielkameraden als den Onkel, der ausgelassener spielt und ohne bewusst zu erziehen. Von der anderen Seite betrachtet ist gerade das die Magie am Tante- und Onkelsein, man kann die Kinder seiner Geschwister in ihrer Entwicklung begleiten, ohne die harte Erziehungsarbeit der Eltern leisten zu müssen.

Man darf Dummheiten vorschlagen und muss dabei nicht immer an die Konsequenzen denken. Man ist Respektsperson und cooleres Vorbild als die Eltern, aber auch Abenteuerbegleiter und urteilsfreier Kummeranhörer, man ist der heiße Draht zu den Eltern und Übermittler schwieriger Nachrichten. Tante oder Onkel unterscheiden sich gerade durch diese „third-party-Perspektive“ von den Eltern und können dadurch eine Mediatorfunktion übernehmen.

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Über den Autor/die Autorin

Christiane Lénard

Christiane Lénard studierte Psychologie und Soziologie und leitete seit 2010 die wissenschaftliche Abteilung von Parship. Als Matchmaking Expertin weiß sie alles darüber, wer mit wem und warum wie gut zusammenpasst. Ansonsten versucht die Wahlhamburgerin ihre beiden Kinder und ihren Ehemann davon zu überzeugen, wie großartig es ist, im Dauerregen spazieren zu gehen. Da dies in der Regel erfolglos bleibt, vertreiben Sie sich stattdessen die Zeit damit, skurrile Interior- und Designläden aufzuspüren.