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Ohne diese Werte kann es keine Liebe sein

Worauf kommt es tatsächlich an in einer Beziehung? Ein Leserbeitrag von Thorsten Hasselberg über die Bedeutung von gemeinsamen Werten und von Großmut in der Liebe

Was macht eine Beziehung aus? Was definiert sie? Verliebtheit? Liebe? Begehren? Sex? Sicherlich alles, aber da gibt es doch mehr: Eine Beziehung basiert auch auf gemeinsamen Werten. Nur die sind für jeden Menschen andere und zudem interpretiert sie auch noch ein Jeder anders. Was also sind sie? Gemeinsame Ansichten über die Welt, ähnliche politische Gesinnungen? Das kann doch nicht alles sein? Sicherlich nicht.

Wenn ich vergangene Beziehungen und Gespräche rekapituliere, fallen mir natürlich in erster Linie Begriffe ein wie Treue, Ehrlichkeit, Vertrauen, Respekt, Toleranz. Begriffe, die jeder vermutlich für sich selbst definiert hat. Zweifellos sind sie überaus wichtig, aber sind dies wirklich die Basiswerte einer Beziehung? Mittlerweile denke ich, ja, diese Werte sind wichtig. Aber es gibt noch einen weiteren Wert, der für mich noch eine größere Relevanz hat.

Denn was ist, wenn einer dieser oben genannten Werte missachtet wird, weil der Partner dazu eine andere Definition hat? Was ist, wenn man den Partner bei einer kleinen Lüge ertappt, wenn man beiläufig erfährt, dass der Partner auch andere Menschen anziehend findet, sexuelle Phantasien im Kopf durchspielt? Alles Dinge, jeden Tag geschehen können. Ist damit die Beziehung automatisch gescheitert? Vielleicht. Aber wenn ich die Beziehung nicht verloren geben möchte? Dann braucht es noch einen Wert. Einen Wert, mit dem ich den Reigen von Treue, Ehrlichkeit, Vertrauen, Respekt und Toleranz ergänzen möchte. Ich denke, das ist Großmut.

Großmut bedeutet Toleranz und Großzügigkeit. Um ein Fremdgehen im Kopf als sexuelle Phantasie zu bewerten, um die kleine Notlüge zu verstehen. Und Großmut bedeutet auch Mut. Um sich seinen Ängsten zu stellen und zu versuchen, diese zu überwinden. Großmut heißt, auf meinen Partner zuzugehen, mich in seine Lage zu versetzen, um seine Handlungen und Gedanken zu verstehen. Das bedeutet nicht, dass man alles schlucken und verzeihen soll. Aber hatte nicht jeder von uns schon mal einen Gedanken wie „Deine(n) Kollegen/Kollegin finde ich heiß“, „Manchmal bist Du mir peinlich“, „Ich hatte/hätte (gern) mit ziemlich vielen Leuten Sex“ oder „Ich will dich nicht mit auf die Party nehmen“. Das sind Gedanken, denen nicht automatisch die zugehörigen Taten folgen. Solche Gedanken auch dem Partner zuzugestehen, erfordert Großmut – und Mut, darüber auch zu sprechen. Sonst brodelt es in mir, sonst mache ich meinem Partner Vorhaltungen für Gedanken, die mir selbst nicht fremd sind, werde vielleicht sogar rachsüchtig.

Es beginnt bei mir. Ich muss meine Gedanken und Wertvorstellungen reflektieren, damit ich mit meinem Partner darüber sprechen kann. Denn sonst können Treue, Ehrlichkeit, Vertrauen, Respekt und Toleranz gar nicht erst entstehen und am Ende bleiben nur Verlierer. Dazu muss ich die eigene Egozentrik überwinden, um vergeben zu können.

Großmut ist vielleicht nicht jedem mitgegeben, aber ich denke, man kann sie – mindestens zu einem Teil – lernen.

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P.S.: Tipp- und Grammatikfehler korrigieren wir für Sie mit größter Sorgfalt. Größere Veränderungen werden wir aber natürlich nur nach vorheriger Absprache mit Ihnen vornehmen. Mit der Veröffentlichung des Beitrag stimmen Sie unserer Autorenvereinbarung zu.

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