Ich kann dich noch nicht in mein Leben lassen

Doch diese Dinge sind geblieben, auch nach acht Monaten: Der Schmerz, dich verloren zu haben, obwohl es ein “uns” nie gab. Die Wut darüber, dass du nicht wirklich mit mir ein Gespräch gesucht hast. Die Verletztheit darüber, dass du mich mit meinen Gefühlen allein gelassen hast, nicht einmal gesagt hast: “Es tut mir leid. Ich kann nicht anders.” Und die Hoffnung, dass vielleicht doch noch alles gut wird und wir auch ohne Beziehung gut miteinander auskommen.

Dieses Gefühl, wie du bei deinem Besuch vor mir standst, werde ich nie vergessen. Diese pure Freude! Heute hätte ich sie nicht mehr. Es wäre immer ein bitterer Beigeschmack, wenn ich dich sehen würde. Und doch: So gern möchte ich dich sehen. Noch einmal spüren, wie sich das anfühlt, wenn du vor mir stehst. Spüren, ob da noch irgendetwas an Gefühlen wahrnehmbar ist. Am Telefon spüre ich es nicht mehr. Ich wage mich nicht mehr, dich zu fragen, weil ich Angst vor deinen Ausreden habe.

Bald wohne ich nur noch 160 Kilometer weg von dir. Ändern wird dies nichts. Ich möchte nicht mehr darauf warten, dass alles gut wird. Ich möchte mein Leben und mein Herz wieder zurück. Manchmal sage ich zu mir selbst: Reiß dich doch mal zusammen, du bist eine erwachsene Frau und hast es nicht mehr nötig, einem scheinbar noch kleinen Jungen hinterherzurennen! Und es erscheint mir so glasklar: Ich hätte bereits vor acht Monaten den Kontakt zu dir abbrechen sollen. Dich als etwas sehen, was du bist: ein Urlaubsflirt.

Und tue es doch nicht, weil du für mich ein wertvoller Mensch bist, der mir – wenn auch nur kurz – gezeigt hat, wie intensiv ich fühlen kann. Manchmal frage ich mich, ob ich etwas in dir ausgelöst habe, das dich an Vergangenes erinnert hat. Etwas, das mit mir gar nichts zu tun hat und du genau das nicht ertragen kannst. Vielleicht hast du auch realisiert, dass du mehr versprochen hast, als du eigentlich bereit warst, zu halten. Vielleicht war dir die Flucht angenehmer, als dieser Kampf mit dir selbst und mit mir, genau da durch zu gehen. Ich hatte diesen Fluchtgedanken nie. Ich wünschte mir lieber einen leidenschaftlichen Konflikt.

Und all diese Dinge kann ich dir am Telefon nicht mehr sagen, weil ich denke, dass es für dich einfach zu viel Gefühl ist, das dich überfordert. Deshalb schreibe ich es mir hier von der Seele. Denn wenn ich bald mein neues Leben beginne und irgendwann ein liebevoller Mann vor mir steht, möchte ich NICHT sagen müssen: “Ich kann dich nicht in mein Leben lassen, denn ich habe nicht aufgeräumt.”

Sie möchten uns Ihre Erlebnisse erzählen? Wir freuen uns darauf und veröffentlichen vielleicht als nächstes Ihre Love Story. Hier können Sie uns Ihre Liebesgeschichte senden.

P.S.: Tipp- und Grammatikfehler korrigieren wir für Sie mit größter Sorgfalt. Größere Veränderungen werden wir aber natürlich nur nach vorheriger Absprache mit Ihnen vornehmen. Mit der Veröffentlichung des Beitrags stimmen Sie unserer Autorenvereinbarung zu.


Weitere interessante Beiträge