Grenzenlose Liebe: Eine Deutsche und ein Israeli in Taiwan

Hört man diese Liebesgeschichte, traut man seinen Ohren fast nicht… Kathrin aus München trifft Doni aus Tel Aviv in Indien. Sie zieht zu ihm nach Israel, konvertiert, heiratet – und lebt heute mit ihm und ihren beiden Töchtern in Taipeh. What?! Echt jetzt? Ja. Diese Geschichte ist Realität. Wow. Zeit, nachzufragen!

Kathrin, fangen wir von vorne an: Wie hast Du Doni kennengelernt?

Ich war nach der Uni einige Monate in Indien, um Waisenkindern zu helfen und um zu reisen. Doni hab ich am Strand getroffen. Mein erster Gedanke: „Wow, sieht der gut aus. Der ist bestimmt total arrogant.“ Ein gemeinsamer Freund hat uns dann einander vorgestellt. Ich war ziemlich nervös, wie ich da in einem uralten Bikini vor diesem schönen Mann saß.

Zu welchem Zeitpunkt war für dich klar: Der oder keiner.

Doni zeichnet KathrinDoni verhielt sich von Anfang an total lieb. Immer wenn ich abends dazu kam, hatte er einen Platz neben sich für mich freigehalten. Richtig um mich geschehen war es dann, als wir eine Nacht gemeinsam am Strand verbrachten und stundenlang redeten.

Da hat es Klick gemacht.

Wir sind drei Monate gemeinsam durch Indien gereist, bevor wir beide zurück nach München beziehungsweise Tel Aviv mussten. Drei Wochen später hat mich aber die Sehnsucht gepackt und ich habe ihn in Israel besucht. Es war eine tolle gemeinsame Zeit; zu dem Zeitpunkt hatte er noch keinen neuen Job, wir hatten richtig viel Zeit für gemeinsame Ausflüge und für gute Gespräche. 2006 besuchte er mich dann zur WM in Deutschland, lernte meine Freundinnen kennen. Wir sind nach Venedig gereist und zum Wandern nach Südtirol.

Doni hat sehr schnell gesagt, dass er keine Fernbeziehung will.

Aber er konnte sich auch nicht vorstellen, nach Deutschland zu ziehen. Ich war total überfordert damit, zumal ich gerade ein Job-Angebot in meiner Heimatstadt München bekommen hatte. Als ich mich schließlich dazu entschied, alles aufzugeben und zu ihm zu ziehen, machte uns die Politik einen Strich durch die Rechnung. Israel befand sich im Krieg, Doni wurde von der Armee eingezogen. Und ich saß mit dem Flugticket in der Hand in München und hoffte, dass ihm nichts passiert. Ich fragte mich, wohin ich da vorhatte, zu ziehen? Wie kann man dort leben, wie soll das möglich sein? Ich war kurz davor, alles abzublasen. Aber ohne ihn zu leben, erschien mir unerträglich. Also: Just try!

Der Umzug nach Tel Aviv fiel Dir sicherlich nicht leicht. Wie war das Ankommen im neuen Land? Wie hat Doni Dich dabei unterstützt?

Er holte mich mit Rosen am Flughafen ab, ich hab geheult wie ein Schlosshund. Abends schmiss er mit seinen Freunden eine Willkommensparty für mich. Sie bereiteten mir, obwohl sie mich kaum oder teilweise noch gar nicht kannten, einen sehr warmen und offenen Empfang. Ich fühlte mich sofort aufgenommen.

Wie ging es denn dann weiter? Es lagen ja nicht nur einige Kilometer, sondern auch kulturelle und religlöse Unterschiede zwischen euch?

Ich habe ein halbes Jahr lang 5 Tage die Woche einen Sprachkurs gemacht, damit ich mich auf Hebräisch verständigen konnte. Zu Anfang gaben sich immer alle Mühe, auf Englisch mit mir zu reden, aber in großen Runden wurde natürlich schnell Hebräisch gesprochen und ich hab kein Wort verstanden. Deswegen habe ich, auch nachdem ich meinen ersten Job in Israel angenommen hatte, weiterhin einige Stunden pro Woche an den Sprachkenntnissen gefeilt.

Die Sprachschule hat mir auch geholfen, ein eigenes Netzwerk aufzubauen, eigene Freunde zu finden und mich mit Menschen auszutauschen, die in einer ähnlichen Situation waren wie ich, neu im Land, ohne Familie und Freunde.


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