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Du warst doch zuerst so anders …

Eine wunderbare, gesunde Beziehung

Über all die Dinge, die mich störten oder irritierten sah ich anfangs hinweg. Du hattest für alles eine logische Erklärung und ich glaubte dir. Ich hatte keinen Grund, dir Misstrauen entgegen zu bringen. Aber was ich hatte war Angst. Angst, noch einmal verletzt zu werden. Angst, manchen Schmerz noch einmal erleben zu müssen. Doch du nahmst mir diese Angst. Du nahmst mich an die Hand und führtest mich weiter auf dem Weg in die perfekte Beziehung. Ja, da wusste ich noch nicht, dass ich oft stolpern würde. Denn deine Vorstellung von diesem Weg war eine andere als meine. Aber das sah ich in diesen Momenten noch nicht. Denn du warst doch so anders …

Es begann mit Kleinigkeiten. Als mich etwas verletzte und irritierte, sprach ich mit dir darüber. Ich war mir sicher, du würdest es nachvollziehen können und wir einen Kompromiss finden, bzw. dass dir vielleicht manches einfach nicht bewusst war. Das Gespräch verlief seltsam, denn kaum hatte ich „Kritik“ geäußert, drehtest du die Geschichte blitzschnell um und machtest mir Vorwürfe, wie ich so etwas nur sagen könnte, ob ich nicht wüsste, wie verletzend ich wäre.

Ich wollte dich nie verletzen, ich wollte nur Gehör finden, für das, was mich getroffen hatte. Aber die Vorfälle häuften sich. Immer wenn ich das Gespräch suchte, dich auf etwas an deiner Person ansprach, drehte sich alles im Kreis und ich ging, betitelt als böser egoistischer Mensch, entsetzt aus dieser Diskussion hervor. Ich war sicher, dass wir ein Kommunikationsproblem hatten, konnten wir doch ansonsten so wundervoll über allgemeine Dinge sprechen.

Unsere Probleme lagen – vermeintlich – an mir

Ich arbeitete an mir. Ich übte alle möglichen Formen der „gewaltfreien Kommunikation“ und wollte es das nächste Mal besser machen. Als es immer schlimmer wurde, suchte ich mir therapeutische Hilfe. Denn ja, du hattest es mir jetzt schon so oft erklärt: Es lag an mir. Mit meiner Wahrnehmung stimmte etwas nicht. Jeder normale Mensch würde deine Ansicht teilen und verstehen. Das Problem lag eindeutig bei mir. Und ich arbeitete an mir. Die Vorfälle, die Redebedarf erforderten häuften sich.

Wenn ich dir an einem Tag erklärte, was mich verletzt hatte, hast du mich genau so wenige Tage später erneut, nur dieses Mal noch etwas verschärfter, getan. Die Geschichten, die du mir über Deine Vergangenheit erzählt hattest, machten es mir mit der Zeit unmöglich, dich ohne Angst irgendwohin gehen zu lassen. Ich zweifelte an mir, denn so eine starke Eifersucht hatte ich früher nie von mir gekannt. Meine Therapeutin erklärte mir, dass es normal sei, wenn der Partner einem detailliert über seine früheren Partynächte, den hohen Frauenverschleiß, seine Gewalttaten und die Tatsache, dass er in der Vergangenheit das Wort Treue nie gekannt hatte und erst vor wenigen Jahren beschloss, dass mit diesem Leben nun Schluss sein müsse, blanke Panik zu empfinden, wenn dieser das Haus verließ um sich mit seinen Freunden zu treffen.

Bei den Gesprächen über diese Sorgen warst du anfangs liebevoll und ruhig und versprachst mir, dass ich keine Angst haben müsse, weil du doch nur mich wolltest und du würdest mir natürlich auch zeigen, dass meine Zweifel vollkommen unberechtigt sind. Oh ja, du zeigtest es mir. Ich wusste nie, ob du mich wirklich nicht verstanden hattest, oder ich inzwischen schon zu fordernd, nervig und irre war. Aber deinen Worten folgten keine wohlwollenden Taten. Deinen Worten folgten stets nur weitere Verhaltensweisen, die meine Angst weiter schüren sollten.

Mal meldetest du dich garnicht, obwohl dir bewusst war, mit welchen Gefühlen ich zuhause saß. Mal erzähltest du mir danach, dass dein Freund versucht hatte dich zu überreden, wieder wie früher eine heiße Braut aufzureißen und du warst entsetzt, dass ich hier nicht direkt erkannte, was für einen tollen ehrlichen und treuen Freund ich hatte, da du diese Angebote selbstverständlich stets abgelehnt hattest. Was das in deiner Partnerin sonst noch auslöste, das wolltest du nicht hören.

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Leserbeitrag

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