Ich war bis dahin eine stolze Frau

Ein Blick zurück. Wenn der Partner die Kontrolle verliert, wird aus Liebe ein Fluch. Ein anonymer Leserbeitrag über das Ende einer Beziehung

Alles begann vor sechs Jahren. Ich war vergeben und du Single und interessiert. Du schriebst mir nahezu täglich, warst zwei Jahre jünger. Ich fühlte mich einfach nur genervt von deinen ständigen Nachrichten, außerdem empfand ich sie als respektlos, da ich schließlich vergeben war. Doch das war kein Hindernis für dich. Du wolltest mich, aber ich nicht dich. Kurz darauf beendete mein Freund die Beziehung. Ich hatte mir vorgenommen, wer mich einmal verlässt, bekommt keine zweite Chance. Ich war bis dahin eine stolze Frau.

Und dann kamst du. Mit deinem roten Polo und deinem roten Shirt. Als ich neben dir saß, begann der Zauber. Ich wusste in diesem Moment, dass du alles bist, was ich will. Der Anfang war etwas holprig, aber ich wollte dich. Du sagtest mir, dass du schon seit Jahren mein heimlicher Verehrer warst, dass du niemals dachtest, so eine hübsche Frau an deiner Seite zu haben. Du hast mich alleine mit deiner Anwesenheit glücklich gemacht und ich wollte dich um keinen Preis der Welt verlieren. Ich erfuhr von deinen Frauengeschichten, sie störten mich aber nicht. Vielleicht dachte ich, dich ändern zu können. Ich war selbst ein Scheidungskind, suchte Halt bei dir. Du warst da, aber du warst auch ständig weg.

weshalb ich dich einmal liebte, kann ich noch immer nicht beantworten

Dann die ersten Frauen, mit denen du etwas hattest – ich wollte es nicht glauben. Dafür machtest du mir täglich Vorwürfe und hast mich beleidigt wegen der Bekanntschaften aus meiner Vergangenheit. Ich hatte immer das Gefühl, dass du mich bestrafen wolltest, wofür verstand ich nie. Nach zwei Jahren gab es dann SIE. Du gingst und ließt mich zurück. Es zerriss mich innerlich, ich weinte Tag und Nacht, ich wollte dich nicht aufgeben, dich nicht ihr überlassen. Also kämpfte ich.
Mein Lohn? Eine Konstellation zu dritt. Ich nahm es hin, so hatte ich wenigstens etwas von dir, doch ich musste dich teilen. Heute weiß ich, dass diese Zeit mich zerstört hat, ich verlor meinen Stolz. Mein Herz war zerrissen, mein Selbstwertgefühl existierte nicht mehr. Aber ich gab dich nicht auf. Du weißt bis heute nicht, was ich zu dieser Zeit fühlte, aber es war dir auch egal.

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Leserbeitrag

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